Wigalois
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Text der Ausgabe von J. M. N. Kapteyn, übersetzt, erläutert und mit einem Nachwort versehen von Sabine Seelbach und Ulrich Seelbach. Der 'Wigalois' des Wirnt von Grafenberg wird im allgemeinen zu jenen europäischen Artusromanen gezählt, die einen schönen Unbekannten zum Helden haben. Gemeinsamkeiten hinsichtlich bestimmter Handlungsschritte legten die Nähe des Romans zum Bel-inconnu-Typ nahe. Doch schon in den Grundfesten der Unbekannten-Vita gibt es erhebliche Abweichungen. In der deutschen Bearbeitung des Stoffes ist die Unbekanntheit des Helden soweit zurückgenommen, daß nur noch Vater und Sohn sich nicht erkennen, Wigalois aber ansonsten mit Namen, Wappen und Herkunft ausgestattet den Artushof erreicht. Tatsächlich gehört dieser noch in klassischer Zeit entstandene deutsche Artusroman zu einer etwas umfangreicheren Gruppe von Romanen, die nicht an die Herkunftslosigkeit des Helden gebunden ist, sondern im Gegenteil sich durch die tatsächliche Familienzugehörigkeit der Helden definiert. In Anlehnung an die von Wirnt in Aussicht gestellte Fortsetzung, die den Sohn des Wigalois namens Lifort Gawanides zum Helden haben sollte, fassen wir diese Untergruppe von Artusromanen unter dem Sammelbegriff Gawaniden-Romane. Gawan, im Roman des Iwein-Typs statische Figur und Folie zur Bemessung der Protagonistentugenden, im 'Parzival' bereits Funktionsfigur im Sinne einer dem erstrebten Wahrheitsanspruch dienenden epischen Totalität, wird hier zum Begründer einer eigenen genealogischen Reihe. Im Rahmen der narrativen Arbor consanguinitatis wird also bewußt ein neuer 'Link' gelegt. Schon die Semantik des Arborisierens zeigt an, daß hier - ausgehend vom gemeinsamen Ursprung - etwas Neues beginnen soll. Text und Übersetzung 1 Nachwort 263 Die Bearbeitungen des Gawaniden-Stoffes 285 Kommentar 286 Verzeichnis der Abweichungen von der Ausgabe Kapteyns 316 Register zum Kommentar 317 Namenregister 319 Auswahlbibliographie 323
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