Gespräch und Erzählung: Strategien und Funktionen des Narrativen im antiken Dialog
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Trotz seiner beachtlichen Konjunktur von der Antike bis zur Moderne hat die literaturwissenschaftliche Forschung die gattungstypologischen Spezifika des Dialogs erst in jüngerer Zeit wahrgenommen. Ausgangspunkt war die Einsicht, dass die für ihn charakteristische Wechselrede zwischen zwei oder mehreren Sprecherinstanzen kein nur gefälliges Gestaltungselement darstellt, sondern den Schlüssel für seine Interpretation. Daneben wurde der Dialog von affinen Textsorten abgegrenzt, etwa vom Traktat oder vom Drama. Wenig diskutiert wurde allerdings bislang, ob und inwieweit der formale Spielraum des Dialogs auch narrative Elemente umfasst und welche eigenen, von genuin narrativen Gattungen zu unterscheidende Lösungen er bei deren Adaptation generiert. Die Autorinnen und Autoren bieten einen exemplarischen Überblick über die formalen und funktionalen Möglichkeiten des Narrativen im antiken Dialog und gleichen diese mit seinen verschiedenen Verwendungsweisen ab. Auf diese Weise verhelfen die Beiträge einem bislang nicht gebührend gewürdigten Aspekt des Dialogs zu seinem Recht und leisten einen Beitrag für ein vertieftes Verständnis seiner Poetik. VORWORT INHALTSVERZEICHNIS EINLEITUNG (Peter v. Möllendorff / Gernot Michael Müller) I. ANTIKE METAREFLEXIONEN ÜBER DAS VERHÄLTNIS VON DIALOG UND ERZÄHLUNG DIALOGUE ET NARRATION DANS LA CORRESPONDANCE DE CICERON. Remarques sur un emploi du terme dialogus (Jean-Pierre de Giorgio) DIALOGUE DANS LA NARRATION, NARRATION DANS LE DIALOGUE. L’exemple du De oratore (Mélanie Lucciano) II. ERZÄHLUNGEN IM ANTIKEN DIALOG UND IHRE FUNKTIONEN ERZÄHLEN ALS ZUGABE. Elemente des Erzählens in Platons Dialogen und ihre Funktionen (Michael Erler) XENOPHONS HIERON ALS DIALOGISIERTE ERZÄHLUNG ZUR THERAPIERUNG DES TYRANNISCHEN MENSCHEN (Johannes Sedlmeyr) FUNKTIONEN DES ERZÄHLENS IM ELEGISCHEN DISKURS. Ovids heroi(di)sche Briefpaare (Peter v. Möllendorff) DIE LIEBESGESCHICHTE IM EROTIKÓS DES PLUTARCH. Dialogstruktur und Charakterzeichnung (Anna Ginestí Rosell) III. MODELLIERUNGEN DES ERZÄHLERS IM ANTIKEN DIALOG DAS ‚THEATER‘ IM DIALOG: VISUALISIERUNG DURCH ERZÄHLUNG (Sabine Föllinger) DIALOGFORM UND ERZÄHLUNG IM HAGIOGRAPHISCHEN LEHRDIALOG GREGORS DES GROSSEN (Jochen Sauer) IV. EXPERIMENTELLE VERKNÜPFUNGEN VON DIALOG UND ERZÄHLUNG EPISTLE, NARRATIVE, DIALOGUE. Generic interplays in Pseudo-Hippocratic Letter 17 (Katarzyna Jażdżewska) RECITS COLLABORATIFS CHEZ LUCIEN : L’EXEMPLE DU NAVIRE (Anne-Marie Favreau-Linder) EPOS UND ERZÄHLUNG IN PHILOSTRATS EPISIERENDEM DIALOG HEROIKOS (Manuel Baumbach) V. STRATEGIEN UND FUNKTIONEN DIALOGÜBERGREIFENDER ERZÄHLUNGEN NARRATIVE KONSTRUKTIONEN EINER GESCHICHTE DER RÖMISCHEN PHILOSOPHIE IN CICEROS DIALOGEN (Gernot Michael Müller) DER PHILOSOPH UND SEINE MUTTER. Erzählte philosophische Erkenntnis in den augustinischen Frühdialogen De ordine und De beata vita (Therese Fuhrer) ORTS- UND NAMENREGISTER STELLENREGISTER
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