GERMAN

Adressat und Adressant in antiken Briefen: Rollenkonfigurationen und kommunikative Strategien in griechischer und römischer Epistolographie

Book information

Publisher
de Gruyter
Year
2019
ISBN
3110676206, 9783110676204, 3110676338, 9783110676334
Language
german
Format
PDF
Filesize
5 MB (5549418 bytes)
Series
Beiträge zur Altertumskunde, 382
Pages
566\566
Time added
2021-06-11 07:09:45

Description

In der Antike diente der Brief nicht nur dem Austausch von Informationen, sondern er erfüllte darüber hinaus eine Vielzahl weiterer kommunikativer Funktionen. Einen repräsentativen Einblick in diese zu geben, ist Anliegen der 18 Beiträge des Bandes, deren zeitliches Spektrum über die ganze griechische und römische Antike reicht. In ihrem Zentrum stehen die grundlegenden Konstituenten eines Briefes, nämlich sein ‚Adressant‘ bzw. Absender und sein ‚Adressat‘. Sie fragen dabei nach dem Verhältnis von Personenkonstellation, Kontext und Kommunikationsstruktur der untersuchten Briefe, aber auch wie sich die verschiedenen in diesen zu greifenden kommunikativen Strategien in der textinternen Modellierung von Adressant und Adressat niederschlagen. Sie berücksichtigen schließlich auch, dass möglicherweise nicht nur der direkt im Formular genannte Briefempfänger Ziel der Korrespondenz ist, sondern ein über diesen hinausgehendes Publikum, das somit als ‚Adressat auf zweiter Ebene‘ fungiert. Vor diesem Hintergrund gilt die Aufmerksamkeit der Beiträge auch der Erweiterung des Funktionsspektrums antiker Briefe im allgemeinen sowie der Gestaltungsoptionen der briefinternen Sprecherinstanzen im Speziellen, zu denen in vorderster Linie die Selbstdarstellung des Adressaten gegenüber einem größeren Publikum gehört. Inhalt Einleitung I. Philosophie und Wissensvermittlung im antiken Brief ἄφθαρτός μοι περιπάτει καὶ ἡμᾶς ἀφθάρτους διανοοῦ / Korrespondenz unter gottgleichen Freunden und Lehrbriefe in der Schule Epikurs Das Verhältnis zwischen Adressat und Adressant in der Wissensvermittlung II. Kommunikative Strategien in den Briefen Ciceros (Exil-)Kommunikation unter Brüdern: Cicero, Q. fr. 1,3 Politik aus der zweiten Reihe: Ciceros Briefe an C. Scribonius Curio (fam. 2,1–7) III. Zur Funktion von Briefen in der spätrepublikanischen Historiographie Briefe in der Historiographie IV. Briefe in der Literatur der Frühen Kaiserzeit: Zur Konstruktion von Dichterpersona und Adressat bei Horaz und Statius Selbstdarstellung und Belehrung Leser in Bcc. V. Kommunikationsstrukturen und Rollenkonfigurationen bei Plinius d.J. und bei Lukian Vom Epigramm zur Ekphrasis Adressaten und epistularum personae in den Briefen des jüngeren Plinius Zur Konstruktion der ‚Lachgemeinschaft‘ in Lukians fiktiven Brief-Fassaden VI. Biblische Verwendungsweisen des Briefs Identitätspolitische Rhetorik Offenbarung im Brief VII. Ziele brieflicher Kommunikation im Frühen Christentum und bei den Kirchenvätern Zur Funktion von Briefen in innergemeindlichen Auseinandersetzungen Das Zusammenspiel von Adressatencharakteristiken und Literaturzitaten VIII. Aspekte des spätantiken Briefs zwischen Bildungsdiskursen und Vergangenheitsbezug Der Schüler als Spiegelbild und Kommunikationsgegenstand In scribendo formam vetustatis amplector IX. Formen und Funktionen von Briefkommunikation im poströmischen Gallien Faustus von Riez im Gespräch mit Ruricius von Limoges Der Bischof als Rhetor, oder: Wie reagiert man auf ‚rufschädigende Gerüchte‘? Index Index locorum

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