Phänomen Zeit: Versuch einer wissenschaftlichen und ethischen Bilanz
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Trotz einer über Jahrhunderte hinweg dauernden Beschäftigung mit der Zeit ist sie für die Menschen ein Rätsel geblieben. Aber sie ist und bleibt eine wesentliche und unverzichtbare Dimension. Um zu erfahren, was Zeit ist, bedarf es keiner begrifflichen Definition. Wichtiger ist vielmehr die Erfahrung, die der Mensch mit ihr macht, und das heißt der Umgang mit ihr. Wir stehen heute immer noch wie im Jahrhundert des ersten Zeitbewußtseins zwischen der scheinbar unveränderbaren Welt des Parmenides und des irreversiblen Ablaufs des Heraklits.Zeit ist seit langem zu einem wichtigen Thema unseres Lebens geworden. Nicht von ungefähr erschien in den letzten Jahren eine Fülle von Zeit-Bewältigungsbüchern. Viele Menschen sehnen sich danach, mehr Zeit in ihrem Leben zu haben. Aber sie wissen, daß sie die vierundzwanzig Stunden des Tages nicht verlängern können. Darum stellt sich die Frage: Wie kann man mehr aus ihr machen? Zeit muß sinnvoll gestaltet werden. Hierbei kann Ethik helfen. Sie will mitgestalten. Da Zeit die wichtigste Ressource des Menschen ist, muß er lernen, sparsam, effektiv und intensiv mit ihr umzugehen. Zeit haben ist mit Freiheit verbunden. Wer Zeit hat, ist frei für sich und andere.
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