GERMAN

Die Aufnahme des Christentums durch die Germanen: Ein Beitrag zur Frage der Germanisierung des Christentums

Book information

Publisher
Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Year
1962
ISBN
353400681X, 9783534006816
Language
german
Format
PDF
Filesize
2 MB (2362913 bytes)
Series
Libelli, 48
Edition
Reprint
Pages
54\58
Topic
History
Time added
2023-03-17 16:27:02

Description

Sonderausgabe. 1., unveränderter fotomechanischer Nachdruck der Ausgabe Darmstadt 1959. Erstmals erschienen in: 'Die Welt als Geschichte', Heft 4/6, 1943 (IX. Jahrgang), Seiten 143-166. Es ist in mehr als einem Sinne nötig, zwischen der Annahme und der Aufnahme des Christentums in der Germanenbekehrung zu unterscheiden; wir verstehen dabei unter Annahme den äußeren Vorgang, die Christianisierung als historisch feststellbares und ungefähr auch datierbares Ereignis, unter Aufnahme dagegen die innere Aneignung des Christentums, die Art und Weise, wie die Germanen es verstanden und sich seine Gedankenwelt zu eigen gemacht haben. Es liegt im Sinne dieser Ausdrücke, daß der Annahme des Christentums, die in der Regel durch den Taufakt geschieht, die Aufnahme des neuen Glaubens, also die Bekehrung im eigentlichen Sinne, voraufgeht, jene also durch diese bedingt ist. Tatsächlich ist das aber keineswegs immer der Fall gewesen. Man hat das Christentum oft genug in ganz äußerlicher Weise, aus Gründen, die mit dem religiösen Glauben nichts zu tun hatten, angenommen, sei es infolge eines äußeren Druckes oder Zwanges, sei es, weil man sich von der Annahme irgendeinen Nutzen versprach. Es liegt aber auch nicht so einfach, daß wir bloß zwischen solcher rein äußerlichen und einer auf wirklicher Glaubensüberzeugung beruhenden, echt christlichen Annahme zu unterscheiden hätten. Der Bekehrungsvorgang ist in Wirklichkeit viel verwickelter gewesen; zwischen jenen beiden Extremen gibt es mannigfache Übergänge und Zwischenstufen.

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