Militärrituale. Analyse und Kritik eines Herrschaftsinstruments
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Warum und wozu gibt es Militärrituale und wie funktionieren sie? Zunächst wird der systematische Rahmen bestimmt, in dem Militärrituale ihren Zweck erfüllen: Staat, Kapitalismus und Nation brauchen Militärrituale. Das Beispiel Bundeswehr zeigt dann die verschiedenen Formen militärischer Rituale. Ergebnis ist eine Typologie: das Gelöbnis als Initiationsritual, mit einem Exkurs zur Rolle der Kirche; Staatsempfänge als Imponierrituale; Wache und Staatsbegräbnis als Ehren- und Trauerrituale; Großer Zapfenstreich als ritualisierter Militärauftritt, mit einem Exkurs zum Wachbataillon als Spezialtruppe. Derlei Rituale verweisen auf die ultima ratio staatlich-politischer Logik und schaffen Akzeptanz für die Anwendung militärisch organisierter Gewalt. Abschließend wird die vielgestaltige Protestbewegung gegen öffentliche Militärauftritte betrachtet. Markus Euskirchen, *1973, Dr. phil., Politologe. Lebt und arbeitet als freier Journalist, Online-Redakteur und Filmemacher in Berlin. 2001 produzierte er den Kurzfilm »Soldatenkörper« und die Dokureportage »tapfer zu verteidigen«. [Source: Umschlagtext hinten] The first version of this epub-edition (version 2023v1.0) by Markus Euskirchen is concordant in pages and unchanged in text compared to the 2005 paper book edition. This version is licensed under a Creative Commons Attribution Non-Commercial No-Derivatives 4.0 License. Permissions beyond the scope of this license and/or beyond fair and/or scientific use may be available at Papyrossa Verlag, Cologne, Germany. Impressum Inhalt Geleitwort Einleitung Arbeitsthese und Leitfrage Gegenstand der Untersuchung Aufbau der Darstellung Forschungsprozeß und methodologische Probleme Forschungsstand Kapitel 1 Ritualtheorien und Militärrituale Rituale: Begriff und Forschung Gemeinschaftsstiftende und metaphysische Aspekte Ritual und Rationalität Ritual, Zeremonie und Zeremoniell Säkulares und Politisches Ritual Militärritual als Herrschaftsritual Kapitel 2 Militär, Staat und Nation Militär von seiner Erscheinungsform her betrachtet: Armee, Rüstung, Krieg Militär auf den Begriff gebracht Militär und Staat, Kapitalismus, Nation Rekonstruktion eines historischen Entstehungszusammenhanges Rekonstruktion eines funktional-systematischen Komplexes Kapitel 3 Militär in einem differenzierten Gewaltsystem Militär und Gewalt: Die einebnende bürgerliche Gewaltwahrnehmung Direkte, strukturelle und kulturelle Gewalt Direkte Gewalt im Militär: Überlastung, Normenfalle, Drill Strukturelle Militärgewalt: militärische Produktion von Geschlecht/Gender Militär im System kultureller Gewalt: Propaganda, Ideologie, Fetisch Kapitel 4 Militärrituale – eine Typisierung am Beispiel Bundeswehr Exkurs I: Das Wachbataillon als Spezialtruppe für Militärrituale Militärische Initiationsrituale Exkurs II: Gelöbnis und Gewissen – zur Rolle der Kirche Protokollarische Imponierrituale Ehren- und Trauerrituale Erinnerungs- und Gedenkrituale Der Große Zapfenstreich Kapitel 5 Militärrituale als System kultureller Gewalt Initiationsritual und Gewissenssuspendierung Machtvisualisierungsrituale Erinnerungs- und Gedenkrituale Todesrechtfertigung und -sehnsucht, Heldenproduktion im Ehrenbegräbnis Zusammenfassung: Militärische Schwellen- und Bekräftigungsrituale Kapitel 6 Zur Kritik an Militärritualen Konservativ-staatstragende Argumente für mehr Rituale Zivilisierung der Rituale durch Öffentlichkeit Rituale ›einsparen‹ und Militär modernisieren Bürger- und verfassungsrechtliche Einwände gegen Militärrituale Der linksradikale Kampf gegen Militärrituale Schluß Ritualkritik als Herrschaftskritik Aufklärung und Subversion – Grenzen und Möglichkeiten radikaler Ritualkritik Anmerkungen Literatur Ausführliches Inhaltsverzeichnis Danke
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