Heilige machen im spätmittelalterlichen Ostseeraum: Die Kanonisationsprozesse von Birgitta von Schweden, Nikolaus von Linköping und Dorothea von Montau
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Eine adlige Witwe, die den Papst aus Avignon zurückholen will, ein tapferer Streiter für die Freiheit der Kirche und eine demütig fastende Rekluse - die Heiligen des spätmittelalterlichen Ostseeraums weisen die ganze Bandbreite möglicher Heiligkeitsideale auf, und dennoch ähneln sich ihre Kanonisationsprozesse sehr. Die vorliegende Arbeit untersucht erstmals nicht nur die Kanonisationsprozesse, sondern bindet sie darüber hinaus in ihren jeweiligen Überlieferungszusammenhang ein. Durch den Vergleich älterer Vorlagen und jüngerer Bearbeitungen mit den Akten selbst gelingt es, die inhaltliche Normierung der Kanonisationsprozesse nachzuvollziehen. Viten, Wunderberichte und Zeugenaussagen werden dabei gleichermaßen als Beiträge zur Konstruktion des Heiligkeitsideals gewertet, das für die offizielle Heiligsprechung opportun erschien, sich aber deutlich von den regional propagierten Idealen unterschied. Dass das Wissen hierüber bei den Klerikern in Vadstena, Linköping und Marienwerder vorhanden war, ist gleichzeitig ein Hinweis auf die Bedeutung der Heiligenverehrung für die Einbindung der Peripherie in den Kulturraum des christlichen Europa. Vorwort I Einleitung I.1 Heilige und Politik im Ostseeraum I.2 Forschungsüberblick II Kanonisationsakten als Quellen II.1 Der Kanonisationsprozess II.2 Die Quellengruppen in den Kanonisationsakten II.2.1 Zeugenaussagen II.2.2 Viten und Wunder II.2.3 Literarische Gestaltung und der 'Sitz im Leben' II.3 Zusammenfassung: Methode und Quellenwert III Narrative Strukturen: Biblische Vorlagen und Adaption in den Akten III.1 Narrative Strukturen und Motivinventar – die Wunder des Neuen Testaments III.2 Blinde sehen, Lahme gehen: Typen spätmittelalterlicher Wunder III.3 Zusammenfassung: Übereinstimmung und Abweichung IV Heiligenverehrung im Ostseeraum IV.1 Dänemark und Schweden IV.2 Preußen IV.3 Zusammenfassung: Der Ostseeraum als Kultlandschaft V Birgitta von Schweden V.1 Birgitta in Hagiographie, Forschung und Literatur V.2 Der Kanonisationsprozess – Quellen und Überlieferung V.3 Die älteste Überlieferung: Uppsala UB C 15 (1372/73) V.4 Der 'Codex Panisperna' (1378) V.5 Die Kanonisationsakten V.5.1 Die Prozessvita (um 1380) V.5.2 Die schwedischen Wunder (1375–1376) Exkurs: Das Losewerfen in Birgittas Akten V.5.3 Der birgittinische Kreis in Schweden: Die Befragung in partibus V.5.4 Weitere Dossiers im Kanonisationsprozess: 'articuli' und italienische Sammlungen (1376–1379) V.6 Parallelüberlieferungen und Bearbeitungen V.6.1 Die altschwedische 'Vita abbreviata' (um 1385–1400) V.6.2 'Leben und Wunder der Heiligen Birgitte' (1445) V.7 Zusammenfassung: Witwe, Schwedin, Politikerin VI Nikolaus von Linköping VI.1 Nachleben und Überlieferung VI.2 Die älteste Version: Codex Harleianus 612 Exkurs: Das Losewerfen in Nikolaus’ Akten VI.3 Die Kanonisationsakten VI.4 Der 'nikolausische Kreis' VI.5 Zusammenfassung: Nikolaus, Birgitta und das Bistum Linköping VII Dorothea von Montau VII.1 Eine Deutschordensheilige? VII.2 Quellen VII.3 Die Viten vor dem Kanonisationsprozess VII.3.1 'Epistolae' und 'Vita prima' (1396) VII.3.2 Die 'Vita germanica' (1400/1404) VII.4 Die Kanonisationsakten VII.4.1 Der Kanonisationsprozess VII.4.2 Der 'Libellus de vita' (1405) VII.4.3 Die Wunder im Kanonisationsprozess VII.4.4 Ein 'dorotheischer Kreis'? Die Unterstützer/innen VII.5 Kultplanung und Kultentwicklung VII.6 Der Kultort Marienwerder VII.7 Zusammenfassung: Dorotheas Kult nach den Prozessakten VII.8 Die Nürnberger Dorotheenschriften VII.8.1 Die Pillenreuther Vita des Nikolaus Humilis (1395) VII.8.2 Der 'Liber de miraculis' Exkurs: Dorothea und Birgitta VII.9 Dorothea als politische Person: Klausnerin oder Ordensheilige? VII.10 Zusammenfassung: Marienwerder, immer eine Reise wert VIII Zusammenfassung und Ausblick Anhang 1. Abkürzungs- und Siglenverzeichnis 2. Quellenverzeichnis 3. Literaturverzeichnis 4. Tabellenverzeichnis 5. Tabellenanhang 6. Personen-, Orts- und Sachregister
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