Performative Geschichtsschreibung: Forster, Herder, Schiller, Archenholz und die Brüder Schlegel
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Die Untersuchung zeigt zum ersten Mal die historische Notwendigkeit, warum aufgrund ihrer theoretischen und geschichtsphilosophischen Prägung gerade im deutschsprachigen Raum des späten 18. Jahrhunderts eine performative Geschichtsschreibung entsteht, die modernes historiographisches Erzählen erst ermöglicht. Hiermit wird die These vom Übergang der Geschichtserzählung zwischen Aufklärungshistorik und Historismus präzisiert. Die untersuchten Texte ‑ sowohl Zivilisations- als auch Realgeschichtsschreibung umfassend ‑ von Forster, Herder, Schiller, Archenholz bis zu den Brüdern Schlegel setzen Erzählmittel und ästhetische Strategien ein, um die Kontingenz der Geschichte zu überwinden und deren Gesetzmäßigkeit auszudrücken. Die vorliegende Arbeit differenziert zugleich die gängige These der Forschung im Zuge von ‚linguistic‘ und ‚narrative turn‘ aus, wonach die Realgeschichtsschreibung die Erzählverfahren der Literatur, gerade des Romans, übernimmt. Die historiographiespezifischen Darstellungstechniken werden mithilfe narratologischer und performanztheoretischer Verfahren herausarbeitet. Angesprochen werden daher sowohl Literatur- und Wissenschaftshistoriker als auch Literatur- und Geschichtstheoretiker sowie Geschichtsphilosophen. Abkürzungsverzeichnis Danksagung Prolog I. Einleitung. Performative und erzählende Geschichtsschreibung im späten 18. Jahrhundert 1. Die These von der performativen Geschichtsschreibung 2. Geschichte. Geschichtsschreibung im deutschsprachigen Raum im 18. Jahrhundert 2.1. Autonomie von Geschichte 2.2. Geschichtsdarstellung 2.3. Englischsprachige Geschichtsschreibung 2.4. Deutschsprachige Geschichtsschreibung 3. Theorie. Inszenierungen von Geschichte 3.1. Zur Performativität von Geschichtsschreibung 3.2. Textuelle Geschichtswelten 3.3. Auf der Grenze zwischen Historiographie, Philosophie und Literatur II. Georg Forsters Zivilisationsgeschichtsschreibung. Fortschritt und Kritik 1. Forsters ›Reise um die Welt‹. Reisebericht oder Zivilisationsgeschichtsschreibung? 2. Verräumlichte Zivilisationsgeschichte 3. Forsters temporalisierender Stil – Stilvergleiche 4. Inszenierter Geschichtsprozess 5. Temporalisierung zwischen Natur und Kultur 6. Darstellungsformen in der Balance 7. Fortschritt und Kritik III. Johann Gottfried Herders Menschheitsgeschichte. Prozess und Europa 1. Menschheitsgeschichtsschreibung zwischen Geschichte, Naturwissenschaft und Philosophie 2. Herder, Geschichte und die Herder-Forschung 3. Die performative Inszenierung des historischen Prozesses in ›Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit‹ 3.1. Herders Temporalisierung von Geschichte 3.2. Zwischen Skepsis und Plan 3.3. Europa. Idee und Gegenwart 4. Geschichtsinszenierungen in den ›Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit‹ 4.1. Historischer Wandel und Temporalisierung in den ›Ideen‹ 4.2. Die Inszenierung Europas 5. Die Überwindung des Sinnbildungsdefizits in Sekundärgeschichtsschreibung IV. Politische Geschichtsschreibung und die Bühne der Geschichte. Friedrich Schillers ›Abfall der vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung‹ 1. Innovationen in der politischen Ereignisgeschichte 2. Die Rezeptionsgeschichte von Schiller als Historiker 3. Schillers Ästhetik der Geschichte 3.1. Wahrheitsansprüche zwischen Geschichte, Kunst und Philosophie 3.2. Schillers Stilbegriff 3.3. Ästhetische Inszenierung 4. Die Funktion des Zufalls im ›Abfall der vereinigten Niederlande‹ 5. Der kollektive Strom der Geschichte und Schillers Umarbeitung seiner Geschichtsquellen 6. Ästhetisch inszenierte Beredsamkeit 7. Wahrnehmungsakte, die Geschichte prägen 8. Individuelle Notwendigkeiten und interne Fokalisierung 9. Die ›Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs‹. Erzählung und Geschichtsphilosophie 10. Schillers ästhetische Geschichtsschreibung V. Die historiographische Inszenierung nationaler Identität. Johann Wilhelm von Archenholz’ ›Geschichte des siebenjährigen Krieges‹ 1. Auf der Schwelle zur modernen Geschichtsschreibung 2. Archenholz’ Umgang mit den Quellen 3. Performativität und Referentialität 4. Erzählerische Einheit 5. Die Inszenierung von Werten 6. Nationalerzählung VI. Romantische Universalgeschichtsschreibung und das (vorläufige) Ende performativer Geschichtsschreibung um 1800 1. Das Verhältnis von Poesie, Philosophie und Geschichte 2. Imaginäre Synthese von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Friedrich Schlegels ›Reise nach Frankreich‹ 3. Romantische Universalgeschichtsschreibung bei Friedrich und August Wilhelm Schlegel 3.1. Friedrich Schlegels ›Vorlesungen über Universalgeschichte‹ 3.2. August Wilhelm Schlegels ›Vorlesungen über Encyklopädie‹ 4. Romantische Ereignisgeschichtsschreibung. Friedrich Schlegels Vorlesungen ›Über die neuere Geschichte‹ 5. Schlussgedanken. Auf dem Weg ins 19. Jahrhundert Literaturverzeichnis Quellen Forschungsliteratur Register Personen und Werke Begriffe
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