Aktuelle Tendenzen der Artusforschung
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65 Jahre nach der Gründung der Internationalen Artusgesellschaft und nach der Formulierung des "doppelten Kursus" durch Hugo Kuhn (1948) fragt die Artusforschung nach ihrem aktuellen Stand im Kontext einer Literaturwissenschaft als Kulturwissenschaft, indem sie gezielt kulturwissenschaftliche Fragestellungen historisiert. Junge und erfahrene Wissenschaftler(innen) aus verschiedenen Ländern Europas und den USA erlauben einen Einblick in ihre laufenden Forschungsarbeiten zur Artusliteratur. Am Beispiel deutscher, französischer, portugiesischer, niederländischer und englischer Artusromane verhandeln sie zentrale Probleme aus den Bereichen der Gender Studies, der Spiritualitätsforschung, Literatursoziologie und Gewaltforschung, der Narratologie und Medienkulturwissenschaft. Gefragt wird u.a. nach der semantischen Aufladungen von Lichteffekten in der Literatur, nach der Kodierung von Sinnlosigkeit und Paradoxie, nach der Signalfunktion von Namen und nach dem Verhältnis von Gewalt und Spiritualität. In einem weiten Netz vielfältig miteinander verknüpfter Fragestellungen erweisen sie eindrücklich, welchen reichen Beitrag die interdisziplinäre Artusforschung zum Dialog über kulturwissenschaftliche Grundprobleme liefern kann. Frontmatter Seiten: i–iv Inhaltsverzeichnis Seiten: v–viii Vorwort der Herausgeber Seiten: ix–xiv I. Erzähltechnik Die erzählte Welt als Entwurf von Möglichkeiten. Fiktionalität im mittelhochdeutschen höfischen Roman des 13. Jahrhunderts Martin Przybilski und Nikolaus Ruge Seiten: 3–16 Die Kunst der Intrige. Spielarten strategischer Täuschung in den Artusromanen Hartmanns von Aue Claudia Lauer Seiten: 17–38 One of Us Is Lying The Narrator, Gauvain and the Pucelle de Lis Jessica Quinlan Seiten: 39–54 »Dich im Unendlichen zu finden, mußt unterscheiden, dann verbinden«. Retextualisierung im II. Teil von Ulrich Fuetrers. Buch der Abenteuer Rachel Raumann Seiten: 55–70 Der Schatten des Helden. Vorhandene und nicht vorhandene Knappen in mittelhochdeutschen Artusromanen Andrea Schindler Seiten: 71–84 Der deutsche Prosalancelot. Die Auswirkung des Erscheinens von Galaad auf den Artushof Stefan Merl Seiten: 85–100 Gawein und die historische Narratologie. Zur Rede von Figuren am Beispiel von Hartmanns von Aue Erec und Iwein Lena Zudrell Seiten: 101–112 Handlungsende und Textschluss in späten mittelhochdeutschen Artusromanen Hanno Rüther Seiten: 113–130 II. Zeichen Die Verselbständigung eines Mediums. Schrift als Täter und Opfer Elisabeth Martschini Seiten: 133–146 Die Tjost. Zeichen der Gewalt – die Macht der Zeichen Nina Hable Seiten: 147–160 »Ein dorn im herzen, in jamer versenket«. Metaphern von Leid und Schmerz in Albrechts Jüngerem Titurel Sandra Illibauer-Aichinger Seiten: 161–172 III. Atmosphäre Jour et nuit ou la découverte d’une nouvelle sensibilité atmosphérique Friedrich Wolfzettel Seiten: 175–186 Schatten und Nebel. Die dunkle Seite des Artusromans Christoph Schanze Seiten: 187–208 Gwigalois’ Bergung. Zur Epiphanie des Helden als Erlöser Christoph Fasbender Seiten: 209–222 IV. Spiritualität Die Paradoxie der unerlösten Erlösung. Überlegungen zu Wolframs Neutralen Engeln Matthias Däumer Seiten: 225–240 Quelques réflexions sur l’interprétation de la Demanda do Santo Graal et de la Queste-Mort Artu du Cycle post-vulgate du Graal Dorothea Kullmann Seiten: 241–260 Spiritualität und Sinnstiftung in der Queste del Saint Graal Susanne Friede Seiten: 261–278 Violence et spiritualité dans Le Haut Livre du Graal Brigitte Burrichter Seiten: 279–292 V. Sozioethik ›Namengewalt‹. Zur intradiegetisch-sozialen Verhaftung von Personennamen im mittelhochdeutschen Artusroman Michael Gerstenecker Seiten: 295–310 Reading Romance in Context. Lanval, Sir Landeval and Sir Launfal Geert van Iersel Seiten: 311–332 L’Esprit du don: Vom Geben und Nehmen im Parzival Sabine Seelbach Seiten: 333–346 The Nine Worthies in Middle Dutch Miscellanies Gerard Bouwmeester Seiten: 347–360 VI. Gender »daz wær ouch noch guot wîbes sit, / daz si iht harte wider strit« Streitbare Frauen in Wirnts Wîgalois Cordula >Böcking Seiten: 363–380 »Nur was du nie gesehn wird ewig dauern«. Weiblich besetzte Bildprogramme im Wîgalois Andrea Grafetstätter Seiten: 381–402 Überlegungen zur Minnehandlung und zur Treue in Wirnts Wîgalois Simone Leidinger Seiten: 403–420 »Nu merket baz«. Der Borte, Wîgalois und die queer-Forschung Matthias Kirchhoff Seiten: 421–438
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