Actio ad exhibendum.: Vorlegungsklage im römischen Recht.
Book information
Description
Der heutige Jurist kennt den Vorlegungsanspruch ( 809 BGB), weiß aber kaum etwas damit anzufangen. Ganz anders in Rom, wo sein Vorläufer, die actio ad exhibendum, die Juristen in vielfältiger Weise beschäftigte. Da die Klage an die Behauptung eines dinglichen Rechts durch den Kläger anknüpfte, liegt nahe, in ihr ein vorbereitendes Verfahren für den dinglichen Rechtsstreit zu sehen. In den Quellen erscheint sie zwar durchaus in dieser Funktion, aber häufig auch als Mittel, um die Auseinandersetzung der Parteien endgültig zu beenden. Schlüssel zur Erklärung dieses disparaten Befundes ist die Wirkungsweise der Klage: Sie erspart dem Kläger den Nachweis des behaupteten Rechts und unterwirft den Beklagten so einer besonderen Form von Verwirkung: Offenbart er seine Renitenz schon dadurch, dass er die ihm leicht zumutbare Vorlegung verweigert oder vereitelt, muss er sich gefallen lassen, auch ohne Beweis des dinglichen Rechts verurteilt zu werden. Dieser Mechanismus verliert mit einer allgemeinen Regel für die Beweisvereitelung seine Berechtigung und mit dem Prinzip der Naturalvollstreckung auch die entscheidende Voraussetzung seiner Existenz.
Similar books
Römisches Recht: Von der klassischen Zeit bis zu den modernen Kodifikationen
2023 · PDF
Argumenta Pomponiana
2014 · PDF
Itineraria iuris - Von Rom nach China: Festschrift für Ulrich Manthe zum 70. Geburtstag
2017 · PDF
Utilitas Constantiniana.: Privatrechtsgesetzgebung am Beginn des vierten Jahrhunderts.
2021 · PDF
Custodia.: Garantiehaftung im römischen Recht?
2022 · PDF
Actio Utilis: Anspruchsanalogie Im Romischen Recht
2016 · PDF
"Mora debitoris" und "mora creditoris" im klassischen römischen Recht.
2005 · PDF
Si error aliquis intervenit ¿ Irrtum im klassischen römischen Vertragsrecht.
2005 · PDF