Vom Himmelsmythos zum Weltgesetz : Eine Kulturgeschichte der Astronomie
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Im Anfang war das Wort. Es wird eine Geschichte erzählt, neu erlebt und mit immer reicherem Inhalt ausgefüllt: vom Mythos der Erschaffung der Welt und der Gestirne, vom Himmelsland, vom ersten Menschenpaar. Tausende von Jahren später wird das Buch der Natur neu aufgeschlagen, um darin zu lesen und die Gesetze des gestirnten Himmels zu begreifen. So ist die lange Geschichte der Astronomie in mythische wie rationale Zusammenhänge eingebunden. Es ist der Mythos, der, vertraut und fern zugleich, vom Anbeginn der Dinge und dem Urgeschehen am Himmel berichtet; und es ist der Logos, der die Welt berechenbar werden läßt und die Natur dem Menschen verfügbar macht. Von dem einen zu dem anderen Pol hinführend wird in diesem Buch die große kulturbildende Leistung der astronomischen Tätigkeit des Menschen in fünf Jahrtausenden dargestellt. Indem die verschiedenen Kulturen als prinzipiell gleichrangig behandelt werden, wird hier die übliche eurozentrische und okzidentale Sichtweise vermieden. So ist die Geschichte der Astronomie als ein langfristiger und großräumiger Akkulturationsvorgang zu verstehen, an dem bis in die Neuzeit hinein hauptsächlich Asien, Afrika und Europa beteiligt gewesen sind. In den vier letzten Jahrhunderten bringen naturwissenschaftliche Weltbilder das Selbstbewußtsein des neuzeitlichen Menschen zum Ausdruck. Aber immer mehr wird nun offenkundig, daß die menschliche Erkenntnis einer neuen Orientierung bedarf. Für eine Sinnzuweisung ist das ungeheuer große astronomische Wissen in die universelle Ganzheit neu einzuordnen. Volker Bialas habilitierte sich nach geodätischen, astronomiegeschichtlichen und philosophischen Studien in Berlin, Marburg und München für die Geschichte der Wissenschaften. Seit 1981 ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Technischen Universität, seit 1985 Wissenschaftlicher Leiter der Kepler-Edition an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München. Die Geschichte der Astronomie in Forschung und Lehre ist einer seiner Arbeitsschwerpunkte. Auf diesem Gebiet legte er zahlreiche Veröffentlichungen vor, darunter eine Akademie-Abhandlung über Astronomie und Glaubensvorstellungen in der Megalithkultur (München 1988).
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