GERMAN

Das vertragstheoretische Argument in der Ökonomik

Book information

Publisher
Duncker & Humblot
Year
2000
ISBN
9783428500840, 9783428100842
DOI
10.3790/978-3-428-50084-0
Language
german
Format
PDF
Filesize
33 MB (34210593 bytes)
Series
Duisburger Volkswirtschaftliche Schriften; 33
Edition
1
Pages
215\215
Library
elibrary.duncker-humblot.com
Time added
2023-10-14 07:04:45

Description

Zur Begründung von Handlungsregeln für die Wirtschaftspolitik werden in der Ökonomik zunehmend die Theorien des hypothetischen Gesellschaftsvertrags von John Rawls und James Buchanan herangezogen. Als legitim gilt danach jene Regel, auf die sich fiktive $aHomines oeconomici$z in einer gedachten Verfassungswahlsituation unter einem sog. Schleier der Unkenntnis einigen würden.In der Arbeit wird zunächst der diffuse methodologische Status der Kontrakttheorien geklärt, die formal gewöhnliche deduktiv-nomologische Erklärungen darstellen. Es wird argumentiert, daß das vertragstheoretische Argument - um die ihm zugedachten Funktionen zu erfüllen - die empirische Adäquatheitsbedingung von Erklärungen verletzen muß; aufgrund eines logischen Induktionsproblems kann sie daher nicht bindend sein. Außerdem verstoßen Rawls' und Buchanans Theorien auch gegen die logischen Adäquatheitsbedingungen erklärender Argumente, da ihre Modellprämissen zur Ableitung der behaupteten Theoreme nicht hinreichen.Modelltheoretisch wird gezeigt, daß die Annahme eines Schleiers der Unkenntnis weder faire noch einstimmige Entscheidungen im Urzustand garantieren kann. Hingegen kann es gerade der Verzicht auf die Annahme unsicherer Erwartungen sein, der Fairneß und Konsens ermöglicht. Im Ergebnis führt die Arbeit zu einer Revision praktisch aller von den Vertragstheorien erhobenen Geltungsansprüche.

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