GERMAN

Sprachliche Ausgrenzung im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit

Book information

Publisher
de Gruyter
Year
2013
ISBN
9783110331011, 9783110331080, 9783110766097
Language
german
Format
PDF
Filesize
4 MB (3943254 bytes)
Series
Studia Linguistica Germanica; 117
Pages
459\460
Time added
2023-04-03 05:04:34

Description

This innovative linguistic and cultural-historical study examines interpersonal social relationships during the Early New High German era. The work focuses on activities of linguistic exclusion along with the underlying pragma-grammatical and pragmasemantic strategies associated with them, as well as their impact on ten important marginal groups. The study is geared to readers from all fields with an interest in history. Vorwort I. Einführende Bemerkungen 1. Ehrverletzungen in frühneuhochdeutscher Zeit 2. Der Akt der Diskriminierung – Anleihen aus der Psychologie II. Versuch einer Pragmagrammatik und einer Pragmasemantik ausgrenzenden Sprechens: Strategien 1. Die Sprechakttheorie als strategische Ausgangssituation 2. Die Ebene der Proposition – das Wort als Waffe 2. 1. Die Referenzhandlung 2. 1. 1. Die lexikalische Bezeichnungshandlung: Substantive 2. 1. 2. Die semantischen Funktionen von Adjektiven und Verben 2. 2. Vergleiche, Metaphern, Bilder 2. 3. Wortbildungen und Wortbildungsfelder 2. 4. Das Schimpfwort – Name und ‚benennendes Schlagwort‘ 2. 4. 1. Beschimpfung und Beleidigung durch Namensgebung 2. 4. 2. Schimpfwörter – ein sprechender Spiegel der Gesellschaft 2. 5. Namensentzug, Namensstrafe und Tabuisierung 3. Die explizite Prädikationshandlung. Prädikative und attributive Bewertungshandlungen zur Ehrabschneidung 3. 1. Prädikative Bewertungshandlungen 3. 2. Attributive Bewertungshandlung 4. Satzsemantische Ebene 4. 1. Typisierung durch den kollektiven Singular 4. 2. Aggregative Diskriminierung 4. 3. Die implizite Prädikation: Präsuppositionen 5. Stigmatisierung, Stereotypisierung und Syntagmen als Stereotypenorganisatoren 5. 1. Stigmata 5. 2. Stereotyp und Vorurteil 5. 3. Syntagmen als Stereotypenorganisatoren 5. 4. Sekundärstigmatisierung 6. Textgrammatische Ebene 6. 1. Inklusion und Exklusion durch Pronominalisierung 6. 2. Partikeln und Adverbien, die „kleinen“ Wörter der Sprache 7. Pragmatische Ebene: Die Illokutionen 7. 1. Sprechakte des Schmähens, Ehrabschneidens, Verleumdens und Denunzierens 7. 2. Eine „magische“ Form der Ausgrenzung: Das Fluchen 7. 2. 1. Fluchen und Verfluchen 7. 2. 2. Das göttliche und das kirchliche Verfluchungsmonopol 7. 2. 3. Das individuelle Verfluchungsverbot: Anspruch und Wirklichkeit 7. 2. 4. Schadensflüche und Beschwörungsflüche 7. 2. 5. Gotteslästerliches Fluchen 7. 2. 6. Der Fluch als Machtmaßnahme 7. 3. Besondere Formen der Ehrverletzung: Die argumentatio ex negativo und die argumentatio ad hominem 8. Mikrotexte: Sprichwörter 9. Textsorten der sprachlichen Ausgrenzung 9. 1. Sozial bindende Texte 9. 2. Legitimierende Texte 9. 3. Dokumentierende Texte 9. 4. Belehrende Texte 9. 5. Erbauende Texte 9. 6. Unterhaltende Texte 9. 7. Informierende Texte 9. 8. Anleitende Texte 9. 9. Agitierende Texte 10. Ein Text im Diskurs: Johannes Ecks „Eines Judenbüchleins Verlegung“ aus dem Jahre 1541 10. 1. Der Text und seine Voraussetzungsdiskurse 10. 1. 1. Adversus-Judaeos-Literatur 10. 1. 2. Vom Volksglauben, von Mythen und Legenden – Die sprachliche Konstruktion der Ritualmordlegende Der Fall von Endingen im Breisgau Simon von Trient 10. 1. 3. Hostienfrevel 10. 1. 4. Ein intellektueller „Experten“diskurs: Der Reuchlin-Pfefferkorn-Streit 10. 2. Der Konfliktfall: Eine antijudaistische Streitschrift im Zeitalter der Reformation 10. 2. 1. Die Kontrahenten: Andreas Osiander 10. 2. 2. Die Kontrahenten: Johannes Eck 10. 2. 2. 1. Johannes Ecks Programm in der „Verlegung“ 10. 2. 2. 2. Ecks Ereignisdarstellung oder: Ecks narrative Ereigniskonstruktion 10. 2. 2. 3. Ecks Angriffe auf Osiander: Vom Christen zum Mamelucken 1. Strategie der Kompetenzversagung 2. Strategie der Integritätsverletzung 3. Strategie der Verketzerung 10. 2. 2. 4. Ecks Angriffe gegen die Juden 1. Christusmord, Christenmord und Weltverschwörung 2. Kriminalisierung 3. Religiöse Riten, jüdische Sitten und Gebräuche. Ecks Angriffe auf den Talmud 4. Anererbte boßhait 5. was den Juden botten sei vnnd verbotten sei und wie man die Juden zu halten habe 10. 2. 3. Das antijudaistische System der Zeit 10. 2. 3. 1. Ecks Schreibstil, sein Spiel mit vorgegebenen Mustern und den Erwartungshaltungen seiner Leser 10. 2. 3. 2. Das antijudaistische Diskursuniversum 10. 2. 3. 3. Johannes Eck und Luthers Radikalisierung. Ein kurzer Exkurs 10. 2. 3. 4. Ecks Funktionalisierung der Juden, ein Fazit III. Die ausgegrenzten Gruppen im Frühneuhochdeutschen 1. Bettler – eine sprachhistorische Analyse 1. 1. Der Betler und seine zeittypischen Prädikationen 1. 2. Die Onomasiologie des Wortes betler 1. 3. Die Wortbildungsfelder mit jauf- und geil- 1. 4. Das Wortbildungsfeld betler- / bettel- 1. 5. Semantische Ambivalenzen 1. 6. Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen 1. 7. Sprachliche Ausdrucksformen in Wörterbüchern und als Teil narrativer Moraldidaxe: Vergleiche, Phraseme, Sentenzen mit Bezug auf Bettler 1. 8. Textsorten der Bettlerausgrenzung 2. Menschen mit einer Behinderung, einer körperlichen Abweichung oder einer Erkrankung 3. Die so genannten unehrlichen Berufe 4. Juden 4. 1. Sprachliche Ausdrucksformen antijüdischer Polemik (eine Auswahl) 4. 1. 1. Negative Prädikationen 4. 1. 2. Wortbildungen 4. 1. 3. Sekundärstigmatisierung und ideologische Polysemierung 4. 1. 4. Vergleiche und Metaphern 4. 1. 5. Die onomasiologische Vernetzung 4. 1. 6. Aggregation 4. 1. 7. Kollektiver Singular / kollektiver Plural 4. 1. 8. Sentenzen, Sprichwörter, Phraseme 4. 1. 9. Präsuppositionen (vgl. II. 4. 3) 4. 1. 10. Direkt und indirekte Ausgrenzungsappelle, Hetze, Spott 4. 2. Antijüdische Ausgrenzungsstrategien innerhalb von Verrats-, Verketzerungs- und Kriminalisierungsdiskursen 4. 3. Nonverbale Stigmatisierungsformen 4. 4. Kommunikative Machtlosigkeit 5. Die Fahrenden und Vaganten: Landläufer, Vagabunden, Spielleute 6. Zigeuner 7. Sexualität außerhalb des normativ Erlaubten – Ehebrecher, sogenannte Kindsmörderinnen, Prostituierte und ‚Sodomiten‘. 8. Kriminelle/Straftäter und ihre Delikte 9. Ketzer/Häretiker 10. Hexen IV. Medialität und Ausgrenzung V. Schlussbetrachtungen VI. Literatur (in Auswahl) 1. Quellen 2. Sekundärliteratur

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