Die Moral der Gesellschaft
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Das Nachdenken über Moral gilt gemeinhin als Domäne der Philosophie. Um so überraschender mag es erscheinen, dass mit Niklas Luhmann einer der einflussreichsten Vertreter der Soziologie des 20. Jahrhunderts sich seit den spätern 60er Jahren bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1998 kontinuierlich mit moraltheoretischen Fragen auseinandergesetzt hat. Der vorliegende Band präsentiert erstmals die wichtigsten Texte Luhmanns zu einer Theorie der Moral. Luhmanns großes Projekt eine Theorie der Gesellschaft bestimmt auch seinen Blick auf die Moral, die er nicht, wie in der Philosophie üblich, substantiell betrachtet, sondern funktional. In einer individualisierten Gesellschaft stellt sich aus seiner Perspektive stets die Frage, wie Handlungskoordinationen auf der Ebene der Interaktionen möglich sind. Hier gewinnen moralische, aber auch rechtliche Regeln und Konventionen ihre Bedeutung. Um diese zu erfassen, bedarf es laut Luhmann einer Reflexionstheorie der Moral, deren Konturen in den hier versammelten Aufsätzen sichtbar werden. Arbeitsteilung und Moral: Durkheims Theorie – Normen in soziologischer Perspektive – Soziologie der Moral – Die Ehrlichkeit der Politiker und die höhere Amoralität der Politik – Politik, Demokrate, Moral – Wirtschaftsethik; als Ethik? – Interaktion, Organisation, Gesellschaft – Gibt es in unserer Gesellschaft noch unverzichtbare Normen? – Paradigm Lost; Über die ethische Reflexion der Moral – Ethik als Reflexionstheorie der Moral – Verständigung über Risiken und Gefahren – Die Moral des Risikos und das Risiko der Moral – Nachwort von Detlef Horster
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