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Slawische Keramik in Mitteleuropa vom 8. bis 11. Jahrhundert: Kolloquium Mikulčice, 25.-27. Mai 1993

Book information

Publisher
Archäologisches Institut der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik
Year
1994
ISBN
809016790X, 9788090167902
Language
germanenglish
Format
PDF
Filesize
32 MB (33839692 bytes)
Series
Internationale Tagungen in Mikulčice. Forschungsprobleme des frühen Mittelalters, 1
Pages
296\300
Topic
History Archaeology
Time added
2021-10-15 15:14:04

Description

Etwa 4 km östlich vom Dorf Mikulčice, Bez. Hodonín, in den Auen der March, befinden sich die Reste eines der Hauptzentren Großmährens, eines der bedeutenden mitteleuropäischen Reiche des 9. Jh.s. In den Jahren 1954-1992 fanden dort ausgedehnte archäologische Untersuchungen statt, bei denen zahlreiche interessante Denkmäler gefunden wurden. Die Aufmerksamkeit der Forscher sowie auch der breiten Öffentlichkeit fanden insbesondere die Spuren der aus Stein und Mörtel erbauten Kirchen sowie die dabei geborgenen prunkvollen Grabfunde: goldene und silberne Schmuckgegenstände, Ohrgehänge, Kugelknöpfe (Gombíky) u.a. Derartige Funde, wie sie auch von Begräbnisstätten anderer mährischer Burgwälle (Staré Město und Sady bei Uherské Hradiště, Břeclav-Pohansko u.a.) bekannt sind, erlauben es, über eigenständigen mährischen Schmuck im 9. Jahrhundert zu sprechen. Schwerter, Sporen, Riemen- und andere Beschläge zeigen Bezüge zum karolingischen Kunsthandwerk. Im Stil dieser Ergzeugnisse kann man aber auch verschiedene weitere kulturelle Einflüsse beobachten. Der Burgwall in Mikulčice, als archäologische Fundstätte, zeichnete sich durch Vorzüge aus, die es ermöglichten, ihn zum Forschungszentrum für die Lösung wichtiger archäologischer und historischer Probleme des Frühmittelalters in Mitteleuropa zu entwickeln. In erster Reihe sei die Tatsache erwähnt, daß sein Gelände im frühen Mittelalter verlassen und niemals wieder für längere Zeit besiedelt wurde. So bleiben die urspünglichen Baureste von der fortschreitenden Vernichtung verschont. Die Besiedlung hinterließ mächtige Kulturschichten des 8.-10. Jh.s. In diesen Schichten sind mehrere Siedlungsobjekte zu unterscheiden. In der Stratigraphie läßt sich die Entwicklung und Änderungen der Siedlungsstruktur verfolgen, einschließlich der Gräberfelder und Befestigungsbauten. Die geborgenen Kleinfunde werden für lange Zeit Gegenstand der Forschung eines breiten Kreises von Gelehrten sein. Nicht zuletzt spielt dafür auch die große Arbeitstelle des Archäologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik (AVČR) eine Rolle, die in der Zeit der ausgedehnten Feldarbeiten auf dem Burgwall errichtet wurde und der mährischen wie auch der internationalen Forschung auch in der Zukunft noch günstige Bedingungen bieten wird. Alle diese Umstände trugen zur Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien und dem Archäologischen Institut der AVČR in Brno auch auf dem Gebiet des frühen Mittelalters bei und zwar im Rahmen eines interdisziplinären Projektes, das "Mikulčice im 8. Jahrhundert" genannt wurde und von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie dem Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unterstützt wird. Schon kurz nach dem Beginn der Arbeiten zeigte es sich, daß die Untersuchungen zu den Anfängen des Burgwalls in Mikulčice und über den Horizont des 8. Jh.s dringend ein breiteres Studium der Stratigraphie auf der Lokalität und eine eingehendere Analyse vor allem des keramischen Fundmaterials erfordert. In Übereinstimmung mit den Interessen der Auswertung der archäologischen Quellen in der Gegend von Brno, wurde die Keramik des 8.-11. Jh.s zum Thema der ersten internationalen Tagung in Mikulčice gemacht. Mit diesem Kolloquium wollen wir eine Tradition internationaler und interdisziplinärer Tagungen in Mikulčice begründen, eine Gelegenheit für offene Diskussionen über aktuelle Probleme der Frühmittelalterforschung in Mitteleuropa. Die Ergebnisse dieser Tagungen sollen in einer Reihe von Sammelschriften publiziert werden, die wir mit diesem Band einleiten. Vorwort der Herausgeber 7 Vorwort / Čeněk STAŇA 8 Programm des Kolloquiums 9 Teilnehmerliste und die Adressen der Autoren 11 Čeněk STAŇA / Zur Erforschung der westslawischen Keramik 13 Gabriel FUSEK / Analyse der Formen des handgemachten Keramikgeschirrs als Beitrag zur relativen Chronologie 19 Falko DAIM / Zur nachgedrehten Keramik aus dem awarischen Gräberfeld von Mödling - An der Goldenen Stiege 29 Brigitte CECH / Die slawische Keramik des 8.-11. Jh.s in Niederösterreich 53 Robert MÜLLER / Keramikformen des 9.-10. Jahrhunderts in der Gegend Keszthely-Zalavár 63 Ivona VLKOLINSKÁ / Pottery from cemeteries of the 9th-10th centuries in the territory of Slovakia 83 Hansjürgen BRACHMANN / Zur Entwicklung der slawischen Keramik im Elbe-Saale-Gebiet 93 Volker SCHMIDT / Forschungsstand zur slawischen Keramik in Mecklenburg-Vorpommern 111 Zofia HILCZER-KURNATOWSKA und Michał KARA / Die Keramik vom 9. bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts in Großpolen 121 Sławomir MOŹDZIOCH / Die Keramik der Siedlung Bytom Odrzański in Schlesien. Ein Beitrag zur Theorie und Methode der Bearbeitung von frühmittelalterlicher Keramik 143 Jacek POLESKI, Die Keramik des 7.-11. Jahrhunderts in Kleinpolen. Forschungsstand und Forschungsperspektiven 155 Kateřina TOMKOVÁ und Kol. / Zum gegenwärtigen Stand des Studiums der frühmittelalterlichen Keramik in Mittelböhmen 165 Josef BUBENÍK und Petr MEDUNA / Zur frühmittelalterlichen Keramik in Nord-West-Böhmen 183 Jarmila PRINCOVA-JUSTOVÁ / Die burgwallzeitliche Keramik aus Libice nad Cidlinou 193 Lumír POLÁČEK / Zum Stand der Erkenntnis der frühmittelalterlichen Keramik aus dem Burgwall "Valy" bei Mikulčice 207 Bořivoj DOSTÁL / Die frühmittelalterliche Keramik aus Břeclav-Pohansko 219 Luděk GALUSKA / The Development of Slavonic Pottery in the Staré Město Region from the End of the 8th up to the Middle of the 10th Centuries 233

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