GERMAN

Die narrative Gestalt(ung) der Wirklichkeit: Grundlinien einer postmodern orientierten Epistemologie der Sozialwissenschaften

Book information

Publisher
Vieweg+Teubner Verlag
Year
1996
ISBN
978-3-322-90975-6, 978-3-322-90974-9
DOI
10.1007/978-3-322-90974-9
Language
german
Format
PDF
Filesize
7 MB (6869313 bytes)
Series
Wissenschaftstheorie, Wissenschaft und Philosophie 44
Edition
1
Pages
249\259
Orientation
yes
Scanned
yes
Time added
2013-08-01 04:00:00

Description

Mikroelektronik, Gentechnik, Mikromechanik - still haben sich die Sozialwissen­ schaften aus der ersten Reihe gesellschaftlich relevanter Problemlösekompetenz verabschiedet. In den 60er Jahren waren sie, getragen von einer breiten politischen Autbruchstimmung, angetreten, die Gesellschaft zu verändern: mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit, neue Formen des Zusammenlebens und des Zusammen­ Arbeitens in einer humanisierten (Arbeits-)Welt - mit Hilfe wissenschaftlicher Rationalität sollte es gelingen, überkommene Ideologien zu überwinden und eine humanere Gesellschaft zu begründen. Selbstbewußt wurde das Ende der Philosophie, der großen zusammenhängenden Welt- und Daseinsentwürfe, verkündet. Die Sozialwissenschaften traten an, die Gesellschaft auf neue, kritisch-rationale Fun­ damente zu stellen. Wurde die Debatte der 60er Jahre noch stark von der Soziologie geprägt, stand das folgende Jahrzehnt hauptsächlich im Zeichen von Psychologie und Erziehungswissen­ schaften. Mitentscheidend fiir ihren Aufstieg war, daß sich beide Disziplinen nunmehr zentral als 'empirische Sozialwissenschaften' verstanden. Zuvor hatte sich in der Psychologie die empirisch-nomologische Richtung gegenüber der hermeneutisch­ verstehenden Orientierung nahezu vollständig durchsetzen können. Die Orientierung am naturwissenschaftlichen Forschungsideal sollte sie befähigen, dereinst ebenso grundlegende soziale Gesetzmäßigkeiten aufzudecken wie ihr wissenschaftliches Vorbild, die Physik, und verbindliche Gestaltungsempfehlungen abzuleiten.

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