GERMAN

Herrschaft und Genossenschaft: Zur Anthropologie elementarer Formen sozialer Politik und der Gesellung auf historischer Grundlage

Book information

Publisher
Duncker & Humblot
Year
2003
ISBN
9783428500949, 9783428100941
DOI
10.3790/978-3-428-50094-9
Language
german
Format
PDF
Filesize
17 MB (17855558 bytes)
Series
Schriften zum Genossenschaftswesen und zur Öffentlichen Wirtschaft; 37
Edition
1
Pages
154\155
Library
elibrary.duncker-humblot.com
Time added
2023-10-14 11:21:39

Description

Risikolagen und vulnerable Gruppen gab es zu allen Zeiten und Orten. Soziale Fragen, die gestaltend bewältigt werden wollen, existierten in allen kulturellen Räumen. Die elementaren Formen, in denen auf diese Herausforderungen in den unterscheidlichen Kulturen reagiert wurden, sind morphologisch ähnlich. Frank Schulz-Nieswandt nimmt diesen Tatbestand zum Anlaß, aus anthropologischem Blickwinkel zwei archetypische Urformen sozialer Politik zu betrachten: Herrschaft und Genossenschaft.Im Mittelpunkt erschließt der Autor die strukturale Formenlehre sozialer Politik im Dualismus des gemeinorientalischen Typus der vertikalen Wohltätigkeit »von oben« (Barmherzigkeit) und des griechisch-römischen Typus der genossenschaftsartigen Hilfe auf Gegenseitigkeit (Bürger-Egalität, aber auch als maskulin-agonale res publica). Aus diesen archetypischen Urkategorien heraus differenzieren sich die binären elementaren Formen als Typen vertikaler und horizontaler Reziprozität.Die herausgestellten Archetypen leben heute noch fort, beispielsweise in der steuerfinanzierten staatlichen Transferpolitik (bedürftigkeitsgeprüfte Sozialhilfe) und der asymmetrischen freiwilligen Wohltätigkeit sowie in der sozialversicherungsartigen Risikovergemeinschaftung und in Kleingenossenschaften der sozialen Selbsthilfe. Allen diesen differenzierten Formen sozialen Helfens und sozialer Risikobewältigung gemein ist ihr Ursprung in dem Gabemechanismus als conditio humana.

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