Das Bibelepos in der Frühen Neuzeit: Zur deutschen Geschichte einer europäischen Gattung
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Since Late Antiquity the biblical epic has been one of the most lively literary genres. It was practised not only in scholarly but also popular languages. This study deals with biblical epic in the Early Modern Age, a subject that has been neglected to date. Chronologically it follows on from the fundamental works of Herzog and Kartschoke. It looks not just at theoretical aspects of the genre, but also at questions of the forms and functions of European biblical epic and the reception of biblical content. A repertory of the genre is arranged according to systematic aspects. Literature historical presentation of biblical epic poetry in the Early Modern Age Comparative approach that looks at questions of interest for textual studies and pictorial arts Extensive repertory of European biblical epic A. Einleitung B. Die Instauration spätantiker und frühmittelalterlicher Bibelepik im Zeitalter des Konfessionalismus 1. Die lateinische Bibelepik der Spätantike 1.1. Kanonkonstitution durch Literaturgeschichtsschreibung. Interdependenz, Prozeß und Problematik 1.1.1. Spätantike Bibelepik im historischen Aufriß 1.1.2. Epische Bibeldichter der Spätantike in Schriftstellerkatalogen von Hieronymus bis zum Ausgang des Mittelalters 1.1.3. Viri illustres und scriptores ecclesiastici. Johannes Trithemius’ »offener« Kanon 1.2. Restauration und Legitimation der spätantiken Bibelepik in der Frühen Neuzeit 1.2.1. Die Rezeption der spätantiken Bibelepik im deutschsprachigen Raum seit dem Beginn des Buchdrucks 1.2.2. Editionsphilologie im Zeichen der Stilkritik 1.2.3. Ansätze der Ausbildung einer eigenständigen Bibelepik im deutschsprachigen Raum Zusammenfassung 2. Die deutsche Bibelepik des früheren Mittelalters 2.1. Die Instrumentalisierung der Heliand-Vorreden als prälutherische Wahrheitszeugen 2.2. Matthias Flacius’ Edition von Otfrids Evangelienbuch: Eine philologische Pionierleistung als propagandistische Waffe im Konfessionsstreit Zusammenfassung C. Die Bibelepik der italienischen Renaissance und ihre Rezeption im deutschsprachigen Raum 1. Die epische Kleinform als Wegbereiter: Girolamo della Valles Jesuida und Macario Muzios Carmen de Triumpho Christi 1.1. Bibelepik in Italien. Revitalisierung und innovative Fortführung eines spätantiken Genres 1.2. Girolamo della Valles Jesuida und ihre Wirkungsgeschichte 1.3. Macario Muzios Carmen de Triumphe Christi 1.3.1. Macario Muzio – Leben, Werk und Wirkung eines italienischen Humanisten im Konflikt zwischen dem Streben nach politischer Partizipation und dichterischer Autonomie 1.3.2. Muzios Briefe, renaissancehumanistische Plädoyers für eine christliche Dichtkunst 1.3.3. Das Carmen de Triumphe Christi als poetische Umschrift des apokryphen Evangelium Nicodemi 1.3.4. Das Carmen de Triumphe Christi als Schulbuch. Genese und Programmatik 2. Rezeption und Kritik der Bibelepik der italienischen Hochrenaissance im Deutschland der Frühen Neuzeit 2.1. Die kanonischen Autoren: Mantuanus, Fiera, Sannazaro und Vida 2.2. Deviationsstilistik als Kriterium der Kanonbildung bei Julius Caesar Scaliger und seinen Nachfolgern 3. Zum Verhältnis von Poetizität und Moralität in der Bibelepik am Beispiel der Verkündigung Mariens 3.1. Das Lukas-Evangelium, ein Quellentext und seine Leerstellen 3.2. Die mariologische Deutung der Empfängnis Mariens bei Baptista Mantuanus 3.3 Bibeldichtung als Medium der Exegese bei Baptista Fiera 3.4. Erotisierung eines christlichen Mysteriums bei Sannazaro? 3.4.1. Die Empfängnis Mariens als ästhetische Herausforderung 3.4.2. De partu Virginis im Urteil des Erasmus von Rotterdam 3.4.3. Sannazaros Darstellung der Jungfrauengeburt im Urteil des deutschen Jesuiten Johannes Bisselius 3.5. Vidas vergilianisierende Fiktionalisierung der Jungfrauengeburt 3.6. Maria als christianisierte Danaë. Zum Verhältnis von Bibel und heidnischer Mythologie Zusammenfassung D. Das frühneuzeitliche Epos im Gattungssystem 1. Kontinuität und Wandel des Epos zwischen Archaik und Früher Neuzeit 2. Redekriterium und Realisationsmodus als Gattungskonstituenten 2.1. Das Epos als Spezies des genus mixtum 2.2. Deklamation und Lektüre als Realisationsmodi epischer Dichtungen 3. Bibelepik – ein hybrides Genus? 3.1. Zur Problematik einer inhaltlichen Gattungsbestimmung 3.2. Epische Bibeldichtung 3.2.1. »Bibelepos« – Probleme der Definition eines ahistorischen Gattungsbegriffs 3.2.2. Das Epyllion als epische Kurzform 3.2.3. Epyllienkette und episches Kollektivgedicht 3.2.4. Bibelepos, Bibelparaphrase und Bibelharmonie 4. Der Einfluß Savonarolas: Von der poetischen Gattungstrias zur ideologischen Gattungsdyade 4.1. Christliche Dichtung, eine literarische Gattung? 4.2. Savonarolas De poeticae artis ratione als Grundlegung einer ideologischen Gattungsdyade Zusammenfassung E. Formen und Funktionen des frühneuzeitlichen Bibelepos 1. Politische Kontextualisierung von Bibelepik im postreformatorischen Protestantismus: Nikodemus Frischlins Hebraeis (1599) als Regentenspiegel und Staatslehre 1.1. Frischlins literarhistorische Bedeutung im Konflikt mit der universitären Funktionselite 1.2. Vergilnachfolge zwischen biographischer Anverwandlung und philologischer Exgese 1.3. Frischlins Hebraeis – eine christliche Umschrift von Vergils Aeneis? 1.3.1. Zur Genese und Konzeption der Hebraeis im Horizont humanistischer imitatio und aemulatio 1.3.2. Gedächtnissicherung. Ulrich Bollinger als Bearbeiter und Herausgeber von Frischlins Hebraeis 1.3.3. Die Makrostruktur der Hebraeis 1.3.4. Topik und Programmatik von Proömium und Epilog 1.3.5. Antagonismen. Zur Konstitution und Konstellation der epischen Figuren 1.3.5.1. David, Salomo und Saul in der Bibel und in der Dichtung 1.3.5.2. David – Königtum zwischen Aristie und Verfehlung 1.3.5.2.1. Davids Zweikampf mit Goliath (1 Sam 17) in konfessioneller Funktionalisierung 1.3.5.2.2. Davids Ehebruch mit Batseba (2 Sam 11) zwischen narrativer Dezenz und erotischer Phantasie 1.3.5.3.1. David und Salomon. Parallelen zwischen Vater und Sohn 1.3.5.3.2. Der Besuch der Königin von Saba 1.3.5.3.3. Idolatrie als Götzendienst. Von der Vielweiberei zur Vielgötterei 1.2. Die Hebraeis als Antizipation publizistischer und staatstheoretischer Diskurse des 17. Jahrhunderts Zusammenfassung 2. Der ideale Herrscher und die Bilderfrage: Ulrich Bollingers Moseis als Revision und Fortschreibung von Frischlins Hebraeis 2.1. Bollingers Rückwendung zum Modell des herozentrischen Epos 2.2. Die Genese der Moseis 2.3. Bollingers Moseis im Horizont eines christlichen Dichtungsprogramms 2.4. Luthers Lehre vom rechten Bildgebrauch in epischer Adaptation Zusammenfassung 3. Obrigkeitliche Rechtsbeugung und ihre Reflexion im biblischen Modell: Georg Konrad Maicklers Histeria sacra Susannae 3.1. Georg Konrad Maickler, ein Anti-Frischlin? Dichtung zwischen sozialer Anpassung und moralischer Gesellschaftskritik 3.2. Myrrhae-Poterium – Schreiben und Lesen als performative Akte der Andacht und der Konsolation 3.3. Policey und Oeconomey. Die Historia sacra Susannae als juridisches Exemplum 3.3.1. Der Susanna-Stoff als historia 3.3.2. Dramatische Strukturen in der Historia sacra Susannae 3.3.3. Emanzipation und Nachfolge. Maicklers Auseinandersetzung mit Frischlins Susanna-Drama 3.3.4. Daniels Rechtsauffassung als Verwirklichung »guter Policey« Zusammenfassung 4. Bibelepik als Zeitdichtung: Andreas Gryphius’ Herodes und Olivetum 4.1. Gryphius’ lateinische Bibelepik im Spiegel der modernen Literaturgeschichtsschreibung 4.2. Gryphius’ Epen – Präludien des dramatischen Werks? Zur Dialogizität von Herodes und Olivetum 4.3. Die Herodes-Epik als Kriegsdichtung 4.3.1. Der bethlehemitische Kindermord als Allegorie auf den Dreißigjährigen Krieg 4.3.2. Die zeitgeschichtliche Aktualität des Bibelstoffes 4.3.3. Ästhetik des Grotesken vs. Ästhetik des Schreckens. Gryphius’ Transformation marinistischer Schreibweisen 4.3.4. Krieg als Entfesselung der Hölle 4.3.5. Gryphius’ Hölle als poeto-theologische Umgestaltung antiker Unterweltsdarstellungen 4.3.5.1. Die parabiblische Authentizität der Hölle 4.3.5.2. Die Höllenfahrt als christliche Umschrift der Katabasis paganer Epik 4.3.5.3. Gryphius’ Höllenschau und ihre andachtsmnemonische Funktion 4.3.6. Theodizee und Vanitas: Herodes’ Höllensturz und seine epische Inszenierung 4.4. Das Olivetum (1646/1648) als Allegorie auf den Westfälischen Frieden 4.4.1. Gryphius’ Widmungsepistel an Friedrich Wilhelm von Brandenburg als historisches und poetologisches Dokument 4.4.2. Zur Typologie frühneuzeitlicher Passionsepik 4.4.3. Gryphius’ epische Technik 4.4.4. Ut pictura epos. Formen der Bildlichkeit in protestantischer Bibelepik 4.4.4.1. Der poetische Vergleich als Miniatur 4.4.4.2. Bildgestützte Figurenkonstitution: Die Rache und die göttliche Liebe 4.4.5. Gryphius’ epischer Plan Zusammenfassung 5. Epische Schreibweisen im intermedialen Diskurs – Johann Armbrusters Olivetum Spirense (1593) im Horizont jesuitischer Bildtheorie und Bildmeditation 5.1. Johann Armbruster als Dichter und Pädagoge am Speyrer Jesuitenkolleg 5.2. Das Olivetum Spirense als Sonderform der descriptie templi 5.2.1. Der Speyrer Ölberg im Urteil frühneuzeitlicher Historiker 5.3.3. Entstehung und Architektur des Speyrer Ölbergs 5.2.3. Das Olivetum Spirense - Kunstführer oder Darlegung eines Bildprogramms? 5.2.3.1. Aufbau und Struktur der Dichtung 5.2.3.2. Armbrusters Widmungsepistel an Eberhard von Dienheim, ein Dokument für den tridentinischen Bildgebrauch an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert 5.3. Applicatio sensuum – Von der Bildbeschreibung zur Bildmeditation 5.3.1. Metadeskription als Technik der Leserlenkung 5.3.2. Zum affekterregenden Potenzial epischer Schreibweisen in ekphrastischen Kontexten 5.3.3. Der Ölberg als Bühne und Film Zusammenfassung F. Quellenrepertorium: Bibelepik vom Beginn des Buchdrucks bis zum Zeitalter Klopstocks 1. Frühneuzeitliche Editionen spätantiker Bibelepik 1.1. Juvencus 1.2 Sedulius 1.3. Avitus 1.4. Arator 1.5. Prudentius 2. Frühneuzeitliche Editionen mittelalterlicher Bibelepik 3. Bibelepik der Frühen Neuzeit 3.1. Altes Testament 3.1.1. Geschichtliche Bücher Genesis Exodus Leviticus Numeri Deuteronomium Josua Richter Rut Samuel / Könige Chronik Esra Nehemia Tobias Judit Ester Makkabäer 3.1.2. Lehrbücher Psalmen Hiob Sprüche Prediger Hoheslied Buch der Weisheit Jesus Sirach 3.1.3. Prophetische Bücher Übersetzung aller 12 kleineren prophetischen Bücher Isaias Jeremias / Klagelieder Baruch Ezechiel Daniel Hosea Joel Amos Abdias Jonas Micha Nahum Habakuk Sophonias Aggäus Zacharias Malachias Zephanias 2.2. Neues Testament 2.2.1. Evangelien 2.2.2. Apostelgeschichte 2.2.3. Apostelbriefe Briefe des Paulus Brief des Paulus an die Römer Brief des Paulus an die Epheser Brief des Paulus an die Philipper Brief des Paulus an die Kolosser Erster Brief des Paulus an die Thessalonicher Zweiter Brief des Paulus an die Thessalonicher Erster Brief des Paulus an Timotheus Zweiter Brief des Paulus an Timotheus Brief des Paulus an Titus Brief des Paulus an Philemon Der Brief des Paulus an die Hebräer Briefe des Petrus Erster Brief des Petrus Zweiter Brief des Petrus 2.2.4. Offenbarung 2.2.5. Apokryphen zum Neuen Testament Acta Pilati / Evangelium Nicodemi G. Sonstige Quellen Abkürzungen H. Literaturverzeichnis 1. Enzyklopädien und Nachschlagewerke 2. Wörterbücher 3. Monographien und Aufsätze Abbildungsverzeichnis Register
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