Monotheistische Denkfiguren in der Spätantike
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Monotheistische Gottesvorstellungen haben über einen langen Zeitraum hinweg das Religionsverständnis des christlich geprägten Europa beherrscht. Für die frühen Christen gehörte das vom Judentum übernommene monotheistische Gottesbild elementar zu ihrem Selbstverständnis. Aus dem Blick gerät dabei, dass auch in der polytheistischen antiken Kultur monotheistische Tendenzen zu beobachten sind, die in der Forschung unter dem Phänomen 'paganer Monotheismus' diskutiert werden. Die Beiträge des vorliegenden Bandes analysieren monotheistische Konzepte, Argumentationen und Modelle anhand ausgewählter Werke spätantiker Autoren. Dabei werden wichtige Aspekte monotheistischer Denkfiguren erörtert, in denen die Entwicklung des komplexen antiken Monotheismus sowohl in christlichen als auch in 'paganen' Texten Ausdruck gefunden hat. Cover Vorwort Inhalt Christian Gers-Uphaus/Stefan Klug Die Debatte über den Monotheismus Einleitung Alfons Fürst: Die Rhetorik des Monotheismus im Römischen Reich. Ein neuer Zugang zu einem zentralen historischen Konzept 1. Methodologisches zum Begriff ‚Monotheismus‘ 2. ‚Rhetorik‘ des Monotheismus 3. Fallstudien: Minucius Felix – Cicero – Plutarch 4. Schlussfolgerungen Luise Ahmed: Das monotheistische Gottesbild als Konversionsmotiv? Christliche Apologeten der Antike erzählen von ihrer Bekehrung 1. Wie mit Konversionsberichten umgehen? 2. Die Texte im Einzelnen a) Justin b) Tatian c) Cyprian d) Arnobius e) Hilarius von Poitiers f) Augustinus 3. Ergebnis Christian Müller: Aggressiver Polytheismus? Monotheismus als (k)ein Thema in frühen christlichen Märtyrerakten Einleitung: Probleme und Vorklärungen 1. Monotheismus in Märtyrerakten: eine kurze Bestandsaufnahme 2. Monotheismus, Polytheismus und Gewalt: Die Interpretation historischen Erlebens in Märtyrerakten 3. Biblischer Monotheismus? Die Bedeutung des „Hintergrundstils“ für die Rezeption von Märtyrerakten 4. Eine Frage der Form: Formspezifische Thematisierungen des Monotheismus in Märtyrerakten Ausblick: Christlicher Monotheismus? Das Problem der Integration Christi Christian Gers-Uphaus: Rhetorik des Monotheismus in der Oratio ad Graecos Tatians 1. Theologie Tatians 2. Apologetik Tatians 3. Rhetorik des Monotheismus 4. Fazit Andrea Villani: Tertullianische Variationen zum Thema Monotheismus 1. Einleitung 2. Die Forderung religiöser Freiheit: Tertullian gegen die Heiden 3. Ein Gott oder eher zwei? Tertullian gegen Hermogenes und Markion 4. Monotheismus und Trinitätslehre: Tertullian gegen Praxeas 5. Schlussfolgerung Christoph Bruns: Überlegungen zum Subordinatianismus in der Trinitätslehre des Origenes Jochen Sauer: Eine Anthropologie der Erkenntnis in Laktanz’ Argumentation für den Monotheismus Sara Stöcklin-Kaldewey: Göttliche Hierarchie und Aufgabenteilung bei Kaiser Julian 1. Darstellung der Götter in den Schriften Julians a) Julians Götterpantheon b) Individualität der Götter c) Hierarchie der Götter 2. Verortung im neuplatonischen Umfeld a) Dreistufige Kosmologie b) Identifikation und Differenzierung der Götter c) Monotheismus bei Julian? Nicola Hömke: Pater rerum und dreieiniger Gott. Die Prädikation des einen Gottes in den Versus paschales des Ausonius 1. Die Versus paschales 2. Strukturelle Bezüge der Versus paschales zu anderen Werkteilen 3. Inhaltliche Bezüge der Versus paschales zu anderen Werkteilen 4. Resümee Therese Fuhrer: Augustins Modellierung des manichäischen Gottesbildes in den Confessiones 1. Der Gott der Manichäer 2. Augustins Auseinandersetzung mit der manichäischen Gotteslehre 3. Die antimanichäische Kritik in den Confessiones a) Die Kritik am manichäischen Gott b) phantasmata corporum: Die erkenntnistheoretische Begründung der antimanichäischen Kritik 4. Fazit: Ontologischer Status und erkenntnistheoretische Funktion von Gottes-Bildern Peter Lötscher: Varro in der lateinischen Apologetik und der pagane Monotheismus 1. Theologia tripertita und Monotheismus bei Tertullian 2. Theologia tripertita und Monotheismus bei Augustinus 3. Varros Monotheismus bei Augustinus 4. Fazit Augustins zu Varro 5. Varros Konzept und Augustins Kritik Gian Franco Chiai: Die Ortsgebundenheit des Göttlichen bei Macrobius 1. Die Ortsgebundenheit des Göttlichen 2. Der allmächtige Gott in den religiösen Praktiken und im literarischen Diskurs 3. Macrobius a) Apollon Delios b) Apollon Lycius c) Apollon patrius d) Apollon Smintheus und Apollon Killaios e) Apollon Napaios f) Apollon Didymaios g) Apollon Delphios 4. Resümee Ilinca Tanaseanu-Döbler: „Alles, was am Einen teilhat, ist Eins und Nicht-Eins.“ Zur Darstellung des Göttlichen in der Elementatio theologica des Proklos 1. Einführung 2. Das Eine und die Vielheit: Grundsätzliches (elem. theol. 1–6) 3. Die Henaden als Götter 4. Rhetorik des Einen und der „Einheiten“: Konsequenzen und Ausblick Verzeichnis der Autorinnen und Autoren Register Stellenregister 1. Bibel 2. Antike Autoren 3. Inschriften Namenregister Sachregister
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