Mordende Mitbürger: Stasis und Bürgerkrieg in griechischen Poleis des Hellenismus
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Das Phänomen der teils bürgerkriegsartigen Konflikte in griechischen Poleis, das die Forschung unter dem Begriff "Stasis" zusammenfasst, ist in der Vergangenheit vorwiegend mit Blick auf die Archaik und Klassik untersucht worden. Henning Börm zeigt hingegen, dass es auch nach Alexander dem Großen in den Städten, die sich zunächst im Spannungsfeld der makedonischen Monarchien, später dann unter römischer Dominanz wiederfanden, vielfach zu Staseis kam. Ausgehend von einer Auswertung der literarischen und epigraphischen Überlieferung fragt Börm nach den Hintergründen und Konsequenzen der auffälligen Anfälligkeit vieler hellenistischer Poleis für innere Konflikte. Die Neigung zur Stasis lässt sich dabei nicht nur als Epiphänomen und Katalysator, sondern auch als Inhibitor von Transformationsprozessen in der griechischen Welt deuten. Statt eine bloße Randerscheinung zu sein, war Stasis vielmehr ein zentraler Faktor, dessen Analyse dazu beiträgt, sowohl die Entwicklung der Poleis zwischen Alexander und Augustus besser zu verstehen als auch die Mechanismen der römischen Expansion im Osten des Mittelmeerraums. Inhalt Vorwort 1. Einleitung 1.1 Stasis 1.2 Hellenismus 1.3 Die Quellen 1.4 Grundlagen und Aufbau der Untersuchung 2. Die literarische Überlieferung 2.1 Das 4. Jahrhundert v. Chr. 2.1.1 Stasis und Alexanderzug 2.1.2 Stasis und Diadochenkriege 2.1.3 Agathokles und die Stasis auf Sizilien 2.2 Das 3. Jahrhundert v. Chr. 2.2.1 Lachares und die Stasis in Athen 2.2.2 Stasis oder Söldnerrevolte? 2.2.3 In Pyrrhos’ Schatten 2.2.4 Aristotimos und die Stasis in Elis 2.2.5 Aratos und die Stasis in Sikyon 2.2.6 Argos und Orchomenos 2.2.7 Interpretatio Graeca: Polybios und der karthagische Söldnerkrieg 2.2.8 Agis IV. und Kleomenes III. 2.2.9 Staseis nach dem Kleomeneskrieg 2.2.10 Staseis im Zweiten Punischen Krieg 2.2.11 Der Ägäisraum vor der Ankunft der Römer 2.3 Das 2. Jahrhundert v. Chr. 2.3.1 Staseis im Zweiten Makedonischen Krieg 2.3.2 Staseis im Antiochoskrieg 2.3.3 Staseis nach dem Antiochoskrieg 2.3.4 Staseis im Dritten Makedonischen Krieg 2.3.5 Die Griechen nach dem Perseuskrieg 2.3.6 Stasis und bellum Achaicum 2.3.7 Staseis im späten 2. Jahrhundert 2.4 Das 1. Jahrhundert v. Chr. 2.4.1 Staseis vor dem Ersten Mithridateskrieg 2.4.2 Staseis im Ersten Mithridateskrieg 2.4.3 Staseis nach dem Frieden von Dardanos 2.4.4 Stasis im römischen Bürgerkrieg 2.4.5 Stasis und pax Augusta 2.5 Ergebnisse: Stasisdiskurse und Realitäten 3. Die lokale Überlieferung 3.1 Die auswärtigen Richter 3.1.1 Staseis und ξενικὰ δικαστήρια 3.1.2 Fremde Richter in Telos 3.1.3 Fremde Richter in Kalymna 3.1.4 Segestaner in Nakone 3.1.5 Zwischenfazit 3.2 Weitere Beilegungsversuche 3.2.1 Mytilene und die Makedonen 3.2.2 Amnestie in Dikaia 3.2.3 Versöhnung? Das Beispiel Alipheira 3.2.4 Ordnung durch Ausschluss: Ptolemais 3.2.5 Die Zitadelle als Risiko: Sagalassos 3.2.6 Der Hegemon sorgt für Ruhe: Dyme 3.2.7 Augustus und die ἀσφάλεια: Knidos 3.3 Bürgereide 3.3.1 Der Eid der Chersonesiten 3.3.2 Der Eid der Itanier 3.3.3 Der Eid der ἀγελάοι von Dreros 3.4 Gesetze gegen Tyrannen und Oligarchen 3.4.1 Das Eukratesgesetz 3.4.2 Das Tyrannengesetz von Ilion 3.4.3 Mörder als Euergeten: Erythrai 3.4.4 Verweigerte Versöhnung: Μνησικακεῖν in Eresos 3.5 Ergebnisse: Prävention, Bewältigung und Akteure 4. Die Stasis in der hellenistischen Geschichte 4.1 Verbreitung und Ursachen 4.2 Stasis und hellenistische Demokratie 4.3 Stasis und Hegemonie 5. Ausblick 6. Bibliographie Indizes Personen Sachen und Orte
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