Vom Leib geschrieben: Der Mikrokosmos Zürich und seine Selbstzeugnisse im 17. Jahrhundert
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Wahrend mit Zwingli im Abendmahl der Zurcher das historische Gedenken an die Stelle der Realprasenz getreten war, manifestierte sich im Umgang mit Schriftgut eine Verehrung der Dinglichkeit, die schon Zeitgenossen katholisch anmutete. Die im Buch behandelten Selbstzeugnisse verdanken ihre Niederschrift ebenso wie ihre Uberlieferung in amtlichen und familiaren Archiven weitgehend ebendiesem Kult. Dieser beruhte auch auf einem fruhneuzeitlichen Ehrbegriff, der ohne Gegenstandlichkeit nicht auskam. Der neue Zugriff auf Selbstzeugnisse als Dinge mit quasi-sakralem Charakter eroffnet einen neuen Blick auf Zurich im konfessionellen Zeitalter. Mitten in der reformierten Stadt an der Limmat wird eine ins Kultische hineinspielende Wertschatzung der Leiblichkeit handgreiflich. Vom Leib geschrieben Cover Backcover Impressum ISBN 978-3-412-50289-8 Inhalt Vorwort Erläuterungen zur Zitierweise 1 Einleitung 1.1 Überblick 1.2 Schrift und Leib 1.3 Zum Gegenstand: Selbstzeugnisse 1.4 Zürich im 17. Jahrhundert: Zwischen Geschriebenem und Ungeschriebenem 2 Schriftreliquien und Kopien: Johann Jakob Breitinger (1575 – 1645) 2.1 Überblick 2.2 Breitinger und seine Lebensbeschreibungen 2.3 Schein als Sein 2.4 Das Leben als totales Drama – der Lebensbericht als Prä- und Deskription 2.5 Reliquienkult 2.6 Das postume Selbstzeugnis 3 Beten und Buchhalten: Salomon Hirzel (1580 – 1652) 3.1 Überblick 3.2 Familie und Biographie 3.3 Das Buch: Gestalt, Gestaltung und die Nähe zur Buchhaltung 3.4 Das Selbstzeugnis als Gebet 3.5 Gebete schreiben als geistliche und irdische Handlung 3.6 Überlieferung oder: Die Monumentalisierung des Unscheinbaren 4 Die Lebensbeschreibung als Ehrenschild: Johann Heinrich Waser (1600 – 1669) 4.1 Überblick 4.2 Ehre als leiblicher Gegenstand 4.3 Johann Heinrich Waser und sein Nachlass 4.4 Ehre als Struktur 4.5 Ehre durch Monumentalisierung des Lebens 4.6 Das leibliche Wappen 4.7 Das Amt des Bürgermeisters: Der Schild im Einsatz 5 Geschriebenes Selbstzeugnis, gedruckte Predigten: Johannes Müller (1629 – 1684) 5.1 Überblick 5.2 Biographie und Nachlass 5.3 Druckereigespräche 5.4 Gezänk unter dem Menetekel 5.5 Das Gewissen oder: Das Gespräch mit dem Gespräch 5.6 Autorität 5.7 Gottesfurcht oder Gelehrsamkeit 5.8 Predigtpublikation und Selbstdarstellung 5.8 Gedruckte Obrigkeitskritik 6 Prophetie und Biographie: Johann Jakob Redinger (1619 – 1688) 6.1 Überblick 6.2 Zur Biographie Redingers 6.3 Redingers Schriften und Prophetie 6.4 Zürich und die Türken oder: Die Tücken der Heraldik 6.5 Das Zürcher Bürgerbuch und das Buch des Lebens 7 Schluss Abbildungen Bibliographie Abbildungsnachweis Personenregister
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