Ethik im frühen Calvinismus: Humanistische Einflüsse, philosophische, juristische und theologische Argumentationen sowie mentalitätsgeschichtliche Aspekte am Beispiel des Calvin-Schülers Lambertus Danaeus
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Die seit 1925 erscheinenden Arbeiten zur Kirchengeschichte bilden eine der traditionsreichsten historischen Buchreihen im deutschsprachigen Raum. Sie enthalten Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte des Christentums aller Epochen, veröffentlichen aber auch Arbeiten aus verwandten Disziplinen wie beispielsweise der Archäologie, Kunstgeschichte oder Literaturwissenschaft. Kennzeichnend für die Reihe ist der durchgängige Anspruch, historisch-methodische Präzision mit systematischen Kontextualisierungen des jeweiligen Gegenstandes zu verbinden. In jüngerer Zeit erscheinen verstärkt Arbeiten zu Themen einer Kultur- und Ideengeschichte des Christentums in einem methodisch offenen christentumsgeschichtlichen Horizont. Einleitung 1. Teil: Zur Genese von Danaeus' ethischem Werk. Die Kontinuität von humanistischem und christlichem Moralismus I. Humanistischer Ausgangspunkt A. Der Humanismus in Frankreich um die Mitte des 16. Jahrhunderts B. Das moralische Interesse des Humanismus C. Danaeus' Ausbildung im Geist des Humanismus II. Sittlichkeit und Ethik zwischen Humanismus und Reformation A. Die Aktualisierung antiker Moralschriftsteller B. Die Aktualisierung von ethischen Schriften der Kirchenväter C. Bemerkungen zum humanistischen Hintergrund einzelner Schriften D. Die alttestamentliche Weisheit als Vermittlerin zwischen heidnisch-antiker und christlicher Ethik Ergebnis 2. Teil: Grundstrukturen der Ethik in Aufnahme und Auseinandersetzung mit philosophischer Tradition. Aristotelische Systematik und stoischer Kampfgedanke I. Philosophische Argumentation in den Ethices libri A. Bemerkungen zur Bewertung der Philosophie bei Calvin und im frühen Calvinismus B. Die grundsätzliche Bestimmung des Verhältnisses von philosophischer und theologischer Argumentation in den Ethices libri II. Anthropologische Grundlegung in aristotelischer Tradition A. Calvinistische Reformation und aristotelische Moralphilosophie B. Aristoteles als hervorragendster Vertreter der philosophischen Ethik bei Danaeus C. Zur Theorie menschlicher Handlungen D. Die Frage nach dem menschlichen Willen und den »causae efficientes« menschlichen Handelns E. Die Bestimmung des Ziels ehrenhafter Handlungen F. Der Begriff der Tugend G. Zusammenfassende Bemerkungen zu Aristoteles' Einfluß auf Danaeus' Entwurf einer christlichen Ethik III. Wirkungen der Stoarenaissance in den Ethices libri A. Stoarenaissance und Neustoizismus im 16. Jahrhundert B. Die Disziplinierung der Leidenschaften als Zentrum der stoisch geprägten Tugendlehre in den Ethices libri C. Bemerkungen zum Vergleich mit Lipsius' neustoizistischer Tugendlehre IV. Aristotelische und stoische Traditionen in der Politica A. Bemerkungen zu Entstehungszeit und Inhalt der Politica B. Aristotelische Einflüsse C. Die Dominanz römisch-stoischer Sittlichkeit Ergebnis 3. Teil: Juristische Argumentationen in der Ethik. Einflüsse auf Fragestellungen, Methoden und inhaltliche Ausrichtung der Auslegung des göttlichen Gesetzes I. Danaeus' Schulung in der Jurisprudenz A. Studium der Rechtswissenschaften und Juristenlaufbahn B. Die Stellung der juristischen Lehrer im Methodenstreit in den Rechtswissenschaften C. Danaeus' Traktat De jurisdictione omnium judicum dialogus II. Jurisprudenz und christliche Ethik A. Calvinistische Reformation und Jurisprudenz B. Quellen, Autoritäten und Auslegungsmethoden aus dem Bereich der Jurisprudenz in den Ethices libri C. Juristische Einflüsse auf Grundentscheidungen christlicher Ethik im frühen Calvinismus am Beispiel des Danaeus III. Recht und Jurisprudenz in der Politica A. Monarchomachische Erörterung des Widerstandsproblems Ergebnis 4. Teil: Theologische Grundentscheidungen in der Ethik. Das göttliche Gesetz und das von Gottes Geist konstituierte Subjekt als Ausgangspunkte I. Das Gesetz Gottes als Ausgangspunkt christlicher Ethik und sein Verhältnis zu den menschlichen Tugenden A. Gesetz und christliche Ethik bei Calvin B. Harmonisierung der biblischen Gesetzesethik mit der philosophischen Tugendlehre bei Danaeus II. Pneumatische Konstitution des Menschen als eines ethischen Subjekts: Wiedergeburt durch den Geist als zweiter Ausgangspunkt christlicher Ethik A. Anthropologische Grundentscheidungen B. Der Heilige Geist als Urheber allen guten Handelns des Menschen III. Wort Gottes und Gewissen in der christlichen Ethik A. Die Rolle des Gewissens in der Ethik B. Wort Gottes und Ethik IV. Bemerkungen zur theologiegeschichtlichen Einordnung A. Kritische Auseinandersetzung mit der Scholastik und Orientierung an den Kirchenvätern B. Prägender Einfluß Calvins auf die theologischen Grundentscheidungen von Danaeus' Darstellung der christlichen Ethik C. Einflüsse Melanchthons und einzelner seiner Schüler auf methodische und materiale Entscheidungen der Ethik Ergebnis 5. Teil: Mentalitätsgeschichtliche Aspekte. Krisenbewußtsein, Verinnerlichung und Tendenzen eines anthropozentrischen Ordnungsdenkens I. Wahrnehmung einer Krise der althergebrachten Ordnungen als Hintergrund des Moralismus A. Zu den Begriffen »Krise«, »Krisenwahrnehmung« und »Krisenbewußtsein« B. »Society in Crisis«: Niedergang der alten feudalen Ordnung und katalysatorische Wirkung der Konfessionskriege C. Zeitgenössische Zeugnisse eines allgemeinen Krisenbewußtseins D. Danaeus' Wahrnehmung einer Auflösung der Ordnung II. Verinnerlichung A. Bemerkungen zur Verinnerlichung der Religion angesichts der Infragestellung der äußeren Ordnung B. Zentrale Stellung der Unterscheidung von Innerlich und Äußerlich in Danaeus' Darstellung der christlichen Lehre C. Spiritualisierung D. Verinnerlichende, spiritualisierende anstelle apokalyptischer Eschatologie III. Tendenzen eines anthropozentrischen Ordnungsdenkens A. Aufmerksamkeit für den Menschen als handelndes Subjekt angesichts der Krise B. »Nihil pulchrius ordine«: Pathos der Ordnung Ergebnis Schlußbemerkung Verzeichnis der Abkürzungen Verzeichnis der Quellen Verzeichnis der Literatur Namenregister Begriffsregister
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