Der Fänger Im Roggen
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Aus der Amazon.de-RedaktionBeim ersten Mal Lesen konnte ich ihn auf Anhieb nicht ausstehen: Holden Caulfield, der Held in Jerome David Salingers Der Fänger im Roggen ging mir mit seinen naseweisen, altklugen Lebensbetrachtungen ziemlich auf den Wecker. Ein paar Jahre später fiel mein Urteil anders aus: Holden durchschaut und schildert in seinem schnodderigen Jugendjargon die oft so verlogene Welt der Erwachsenen. Und weil er merkt, daß er auf der Schwelle zu eben dieser Erwachsenenwelt steht, wehrt er sich dagegen, sich dort einzufügen.So ist er gerade aus dem vierten Internat geflogen, weil seine schulischen Leistungen in fast allen Fächern ungenügend waren. Zurück in New York steigt er zunächst in einem zwielichtigen Hotel ab, da er sich nicht gleich bei seinen Eltern sehen lassen will. Die nun folgenden Begegnungen und Gespräche mit den verschiedensten Leuten machen seine Sensibilität und seine Gefühlsverwirrung deutlich, die er hinter einer coolen Fassade nur sehr unzureichend zu verstecken vermag und gipfelt schließlich in dem berühmt gewordenen Satz "Ein Pferd ist doch wenigstens menschlich".Holden träumt von einer einsam gelegenen Blockhütte irgendwo im sonnigen Westen, in der er seine Kinder vor den Erwachsenen verstecken möchte. Doch im Gespräch mit seiner kleinen Schwester Phoebe wird deutlich, daß er nicht weiß, was er mit sich und seinem Leben tatsächlich anfangen soll. Und genau das ist es, was Salingers Roman auch fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen noch so aktuell sein läßt -- denn diesem Problem müssen sich die Heranwachsenden jeder Generation aufs Neue stellen. --Elisabeth Lang -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.Buch der 1000 BücherCopyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Der Fänger im RoggenOT The Catcher in the Rye OA 1951 DE 1954Form Roman Epoche ModerneDer Adoleszenzroman von J. D. Salinger wurde in den USA zur Bibel gleich mehrerer Generationen Jugendlicher und besitzt bis heute in weiten Teilen der Welt Kultstatus.Inhalt: Der 16-jährige Holden Caulfield wird aus Pencey, einem Internat in Pennsylvania, verwiesen, weil er in vier von fünf Fächern durchgefallen ist. Eigentlich soll er bis zu Beginn der Ferien in der Schule bleiben, doch er packt kurzentschlossen seine Sachen und macht sich auf den Weg in seine Heimatstadt New York. Da seine Eltern noch nichts von seinem Rauswurf wissen und ihn erst drei Tage später erwarten, irrt Holden ziellos durch die winterliche Stadt und steigt in einem Hotel ab. Verschiedene Annäherungsversuche an Frauen schlagen fehl. Der Hotelpage vermittelt Holden eine Prostituierte, von deren Zuhälter er verprügelt wird. Am nächsten Morgen verlässt Holden das Hotel, schließt seinen Koffer im Bahnhof ein und verabredet sich mit Sally Hayes, einer ehemaligen Schulfreundin. Sie gehen gemeinsam ins Theater und zum Schlittschuhlaufen. Als Holden ihr vorschlägt, mit ihm auszureißen, zerstreiten sie sich. Nach einer weiteren desillusionierenden Begegnung mit einem ehemaligen Schulkameraden schleicht Holden sich nachts nach Hause zu seiner neunjährigen Schwester Phoebe. Anschließend geht er zu einem ehemaligen Lehrer, um bei ihm zu übernachten; da er dessen sexuelle Annäherung fürchtet, schläft er schließlich auf dem Bahnhof. Am nächsten Tag trifft er sich mit Phoebe, um ihr zu sagen, dass er nach Westen fliehen will. Weil Phoebe ihn begleiten möchte, verspricht er jedoch nach Hause zu kommen und macht mit ihr einen Ausflug in den Zoo.Aufbau: Die Geschehnisse der drei Tage vor den Weihnachtsferien werden aus der Sicht Holden Caulfields erzählt, der sich, inzwischen 17-jährig, in einem Sanatorium bei Hollywood befindet und seine Geschichte im Rahmen einer Therapie erzählt. Durch diese Perspektive prägt Holdens jugendliche Sprache den Roman.Der scheinbar simplen Handlung liegt eine tief greifende, komplexe Struktur ineinander verwobener Leitmotive zu Grunde. Durch zahlreiche Symbole weitet sich Holdens Bekennt-nis zu einer vielschichtigen Darstellung des Erwachsenwerdens. Der Romantitel verweist eben-falls auf diese symbolische Ebene. Holden möchte, nach einem von ihm falsch erinnerten Gedicht von Robert Burns, ein Fänger im Roggen sein, der die Kinder vor dem Fall, d. h. vor der Sexualität und dem Heranwachsen, bewahrt. Doch als er Phoebe auf einem Karussell nach einem am Band hängenden goldenen Ring greifen sieht, versteht er, dass er sie vor dem Fallen weder bewahren kann noch darf.Wirkung: Obwohl von den Kritiken eher zurückhaltend behandelt, wurde Der Fänger im Roggen bald nach seinem Erscheinen zu einem Buch, das von der jungen Generation begeistert gelesen wurde. Bereits in den 1950er Jahren entwickelte sich der Roman zur Lieblingslektüre der akademischen Jugend und wurde in der Folge zum meistinterpretierten Werk an US-amerikanischen Schulen und Universitäten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. St. N. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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