GERMAN

Evangelienexegese als Partiturlesen: Eine Interpretation von Mk 1,1-8,22a zwischen Komposition und Performanz

Book information

Publisher
JCB Mohr (Paul Siebeck)
Year
2019
ISBN
3161564685, 9783161564680
Language
german
Format
PDF
Filesize
6 MB (6549420 bytes)
Series
Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament 2. Reihe; 490
Pages
466\468
Time added
2023-06-11 06:45:55

Description

Antike griechischsprachige Literatur war in der Regel Klangkunst - die Werke wurden vor Publikum vorgelesen. Solche Texte führten ein Doppelleben: Sie waren schriftlich fixiert und wurden immer wieder neu akustisch realisiert. Darin sind sie musikalischen Kompositionen vergleichbar, mit denen sie sich auch ihre formalen Hauptmerkmale Wiederholung und Variation teilen. Christine Oefele macht sich das Konzept des Partiturlesens zunutze, um im Anschluss an Hans Robert Jauß eine Hermeneutik zu präsentieren, die bei der Interpretation der Evangelien von deren akustischer Gestalt ausgeht. Im Rückgriff auf musikwissenschaftliche Methoden entwickelt sie die Repetitionsanalyse, mit der sie die Komposition des Markusevangeliums untersucht und beschreibt. Auf dieser Basis kommentiert sie dessen erste Hälfte, wobei die schrittweise Entwicklung und die Interdependenz der markinischen Hauptthemen Christologie und Nachfolge deutlich werden. Cover Titel Vorwort Inhaltsverzeichnis Zeichenerklärung zu den Grafiken Einleitung I. Theoretische Grundlagen: Forschungskontext, Hermeneutik, Methodik, Einleitungsfragen I.1. Verortung im Forschungsgebiet „Evangelien und antike Oralität“ I.2. Vergleich des Markusevangeliums mit musikalischen Kompositionen I.2.1. Vorüberlegungen: Vergleichbarkeit von Musik und Sprache I.2.2. Das Markusevangelium im Vergleich mit musikalischen Kompositionen I.2.2.1. Das Markusevangelium als „Werk“ I.2.2.2. Analogien zwischen dem Markusevangelium und musikalischen Kompositionen der abendländischen Tradition I.3. Ein hermeneutisches Modell für eine an der akustischen Textgestalt orientierte Exegese I.3.1. Wahrnehmende, auslegende und historische Lektüre: Die „literarische Hermeneutik“ von Hans Robert Jauß I.3.2. Adaption der Jauß’schen „Literarischen Hermeneutik“ für die Exegese des Markusevangeliums I.3.3. Das Selbstverständnis der Exegetin als professionelle Interpretin I.4. Methodisch-praktische Fragen, die sich aus diesem hermeneutischen Modell ergeben I.4.1. Welche „Partitur“ soll als Grundlage dienen? I.4.2. Der Klang der Zeichen: Die Aussprache der Koine im 1. Jahrhundert I.4.3. Anleihen aus der Musikanalyse für die Exegese I.4.3.1. Sprache ist nicht Musik – die Notwendigkeit herkömmlicher exegetischer Methoden I.4.3.2. Das Konzept des Partiturlesens als Zugang zur akustischen Gestalt eines Textes I.4.3.3. Akustische Formgestaltung: Ein Spiel mit Wiederholung, Variation und Neuheit I.4.3.4. Repetitionsanalyse als Methode zur Untersuchung der akustischen Textgestalt I.5. Wahrnehmende, auslegende und historische Interpretation des Markusevangeliums I.5.1. Grafiken – die Darstellung der akustischen Textgestalt I.5.2. Übersetzung – heutiges Verstehen des Textes in der eigenen Sprache I.5.3. Kommentar – damaliges Verstehen und Zusammenschau der drei Lektüren I.6. Auf der Schwelle zur Auslegung: Einleitungsfragen I.6.1. Klassifizierung der Einleitungsfragen I.6.2. Zum historischen Kommunikationszusammenhang I.6.3. Literarische Integrität? Die Frage nach dem Markusschluss II. Die Struktur des Markusevangeliums III. Kommentar zu Mk 1,1 – 4,36a III.1. Die Ouvertüre: Anfang des Evangeliums (1,1 – 15) III.1.1. Die Struktur der Ouvertüre III.1.2. Der Anfang des Anfangs: Wie geschrieben steht (1,1 – 4) III.1.3. Taufe I: Ganz Judäa und alle Jerusalemer (1,5 – 8) III.1.4. Taufe II: Jesus aus Nazareth in Galiläa (1,9 – 11) III.1.5. Das Ende des Anfangs: Auftakt der Verkündigung Jesu in Galiläa (1,12 – 15) III.1.6. Zusammenfassung der Exegese zu 1,1 – 15 III.2. Erster Hauptteil Galiläa I: Am Meer von Galiläa (1,16 – 3,35) III.2.1. Die Struktur des ersten Hauptteils III.2.2. Die Kunde von der Vollmacht Jesu breitet sich aus (1,16 – 2,13a) III.2.2.1. Simon und Andreas, Jakobus und Johannes: Die ersten Jünger (1,16 – 20) III.2.2.2. Auftakt in Kafarnaum: Wirkmächtige Worte in der Synagoge (1,21 – 29a) III.2.2.3. Hinausgegangen, um zu verkündigen (1,29 – 45) III.2.2.4. Wiederum in Kafarnaum: Wirkmächtige Worte in einem Haus (2,1 – 13a) III.2.2.5. Zusammenfassung der Exegese zu Mk 1,16 – 2,13a III.2.3. Auseinandersetzungen mit den Pharisäern (2,13 – 3,6) III.2.3.1. Levi: Noch ein Jünger? (2,13 f.) III.2.3.2. Was für Tischgenossen! (Mk 2,15 – 17) III.2.3.3. Feiern statt fasten (2,18 – 20) III.2.3.4. Alte Kleider, junger Wein (2,21 f.) III.2.3.5. Satt werden am Sabbat (2,23 – 28) III.2.3.6. Am Sabbat Gutes oder Schlechtes tun? (3,1 – 7a) III.2.3.7. Zusammenfassung der Exegese zu 2,13 – 3,7a III.2.4. Zu wem gehört Jesus? Wer gehört zu Jesus? (3,7 – 35) III.2.4.1. Massen von Menschen und Zwölf, die er wollte (3,7 – 19) III.2.4.2. Volksauflauf im Haus (3,20 f.) III.2.4.3. Auf Gottes Seite (3,22 – 30) III.2.4.4. Draußen stehen, drinnen sitzen (3,31 – 35) III.2.4.5. Zusammenfassung der Exegese zu 3,7 – 35 III.3. Das erste Zwischenspiel: Die Gleichnisrede vom Boot aus zum Land hin (4,1 – 36a) III.3.1. Die Struktur der Gleichnisrede III.3.2. Einleitende Bemerkungen des Erzählers (4,1 f.) III.3.3. Gutes Land und andere Böden (4,3 – 9) III.3.4. Intermezzo: Wer versteht das Geheimnis des Reiches Gottes? (4,10 – 13) III.3.5. Die Auslegung: Die das Wort hören (4,14 – 20) III.3.6. Offenbar und verborgen, Haben und Nichthaben (4,21 – 25) III.3.7. Es wächst von selbst (4,26 – 29) III.3.8. Vom Senfkorn zur Wohnstatt (4,30 – 32) III.3.9. Abschließende Bemerkungen des Erzählers (4,33 – 36a) III.3.10. Zusammenfassung der Exegese zu 4,1 – 36a IV. Die Fortführung der großen Linien im zweiten Hauptteil (4,35 – 8,22a) IV.1. Einleitende Bemerkungen IV.2. Die Struktur des zweiten Hauptteils IV.3. Wer ist dieser? Die Frage nach der Identität Jesu IV.3.1. Was bisher geschah IV.3.2. Ich bin’s! Die Identität Jesu in den Geschichten von Booten und Broten IV.3.2.1. Dem Wind und Meer gehorchen (4,35 – 5,2a) IV.3.2.2. Der auf dem Meer vorübergeht (6,45 – 56) IV.3.2.3. Ziemlich verzweifelt (8,10 – 22a) IV.3.2.4. Der das Brot bricht (6,30 – 45; 8,1 – 9) IV.3.3. Irdische Vergleiche – Kontraste und Kontinuitäten IV.3.3.1. Irdische Vergleiche I: Herkunft, Mutmaßungen, ein falscher König, Vorgänger und Nachfolger (6,1b – 32) IV.3.3.2. Irdische Vergleiche II: Die falschen Lehrer (7,1 – 24a) IV.3.4. Heiler, Exorzist und noch viel mehr (5,1 – 6,1a; 7,24 – 37) IV.3.5. Strukturelle Beobachtungen zu Name und Titeln Jesu IV.3.6. Zusammenfassung: Das Porträt Jesu in 4,35 – 8,22a IV.4. Wer gehört zu ihm? Die Frage nach den Nachfolgern und Nachfolgerinnen Jesu IV.4.1. Was bisher geschah IV.4.2. Wer ist dieser? Vom wachsenden Unverständnis der Jünger in den Geschichten von Booten und Broten IV.4.2.1. Furcht oder Ehrfurcht? (4,35 – 5,2a) IV.4.2.2. Ein Gespenst auf dem Meer! (6,45 – 56) IV.4.2.3. Mit (k)einem Brot im Boot (8,10 – 22a) IV.4.2.4. Und sie aßen und wurden satt (6,30 – 45; 8,1 – 9) IV.4.3. Nicht nur Jesus im Vergleich: Verschiedene In- und Outsider (6,1b – 32; 7,1 – 24a) IV.4.4. Geheilte, Befreite, Gläubige (5,1 – 6,1a; 7,24 – 37) IV.4.4.1. Der verständige Gerasener – skeptische Allgemeinheit (5,1 – 21) IV.4.4.2. Gerettete Töchter (5,21 – 6,1a) IV.4.4.3. Die verständige Syrophönizierin (7,24 – 31a) IV.4.4.4. Der passive Taubstumme (7,31 – 37) IV.4.5. Zusammenfassung: Wer gehört nun zu Jesus? IV.5. Die erste Blindenheilung, das Bekenntnis des Petrus und darüber hinaus – ein Ausblick IV.6. Grafiken und Übersetzung zu Mk 4,35 – 8,22a V. Noch einmal Jauß: Der Text als Antwort auf Fragen seiner Zeit V.1. Pragmatik der Darstellung Jesu und der In- und Outsider in Mk 1,1 – 8,22a V.2. Pragmatik der Ästhetik – Schlussfolgerungen von der Gestalt des Textes auf seine intendierte Rezeption VI. Polyphonie – ein Resümee VI.1. Verwoben sein und Mitweben – eine Stimme in der Polyphonie der Oralitätsforschung und des performance criticism VI.2. Die Polyphonie des Markusevangeliums VI.3. Cantus firmus und Kontrapunkt – die Paradoxien der Christologie und Theologie VI.4. Weiterweben – ein offener Schluss Bibliographie A. Bibelausgaben, Quellen 1. Online-Faksimiles von Bibelhandschriften 2. Wissenschaftliche Ausgaben des Bibeltextes 3. Deutsche und englische Bibelübersetzungen 4. Werke antiker Schriftsteller, Sammlungen antiker Texte 5. Andere Quellentexte B. Wörterbücher, Grammatiken und weitere Hilfsmittel C. Sekundärliteratur Stellenregister Sachregister

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