Die Anerkennung von Grenzen. Eine Soziologie der Diplomatie
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Diplomatische Praktiken findet man sowohl in der modernen Weltgesellschaft als auch in Stammes- und Adelsgesellschaften. Dieses Buch untersucht und vergleicht sie erstmals systematisch aus soziologischer Perspektive. Im Mittelpunkt steht dabei die These, dass die Hauptbedingung jeder Diplomatie in der Anerkennung von Grenzen liegt. Darüber hinaus werden auch unkonventionelle Fragen beantwortet: Wie verhandelt man etwa mit rituellen Artefakten oder mit diplomatischen Hochstaplern? Kann Unhöflichkeit diplomatische Autonomie steigern? Und wie ermöglicht Spionage vertrauensvolle Diplomatie? Inhalt Lettre de créance Teil I: Zu einer allgemeinen Soziologie der Diplomatie 1 Diplomatische Kommunikation im und als System 2 Zur Funktion der Diplomatie Teil II: Diplomatie in segmentären Gesellschaften 3 Zur Binnendifferenzierung segmentärer Gesellschaften 4 Reziprozität und die Anerkennung von Grenzen 5 Sachdimension: Verwandte als Gesandte 5.1 Zur Ubiquität diplomatischer Probleme 5.2 Zur Rekrutierung von Boten und Rednern 5.3 Diplomatische Kommunikation als Netzwerkproblem 6 Zeitdimension: Typisierungen des Vertrauten und Fremden 6.1 Vertrautheit als zeitlicher Generalisierungsmodus 6.2 Übergänge zwischen Kriegs- und Verhandlungsphasen 6.3 Zur Gegenwartsorientierung diplomatischer Interaktionen 7 Sozialdimension: Konfliktvermeidung als Problem 7.1 Bedingungen der Konfliktvermeidung 7.2 Don’t kill the messenger! Zurechnungen von Verantwortung 7.3 Polyphonie und Ambivalenz als Ausdrucksmittel Teil III: Diplomatie in stratifizierten Gesellschaften 8 Die Grenzen stratifizierter Gesellschaften 8.1 Fremdheit in stratifizierten Gesellschaften 8.2 Fremdheit in diplomatischen Interaktionen 8.2.1 Kosmologische Widersprüche und Ambivalenzen 8.2.2 Ähnlichkeiten als produktive Missverständnisse 8.2.3 Exkurs zu »falschen« Gesandtschaften 9 Zur Binnendifferenzierung stratifizierter Gesellschaften 9.1 Rang und Status in stratifizierten Gesellschaften 9.2 Bindung trotz Abwesenheit 10 Sachdimension: Diplomatische Rollen und Kontaktebenen 10.1 Zur Differenzierung diplomatischer Kontaktebenen 10.2 Kontexte diplomatischer Kommunikation 10.2.1 Herrschaftsrollen als diplomatischer Kontext 10.2.2 Dynastische Systeme als diplomatischer Kontext 10.2.3 Das Botenwesen als diplomatischer Kontext 10.2.4 Militär, Wirtschaft und Religion als diplomatische Kontexte 11 Zeitdimension: An- und Abwesenheit als Zeitproblem 11.1 Zeitstrukturen und -semantiken stratifizierter Gesellschaften 11.2 Zeremoniell und Ritual im diplomatischen Zeithaushalt 11.3 Diplomatische Zeitbindungen: Geschichten und Verträge 11.4 Diplomatisches Vertrauen und Misstrauen als Zeitproblem 12 Sozialdimension: Höfische als höfliche Kommunikation? 12.1 Der distanzierte Gesandte als Unsicherheitsfaktor 12.2 Der ideale Gesandte als Unsicherheitsfaktor Teil IV: Diplomatie in der Weltgesellschaft 13 Zur Soziologie der modernen Weltgesellschaft 13.1 Die Grenzen der Weltgesellschaft: Globale Erreichbarkeit, normalisierte Fremdheit 13.2 Funktionen, Segmente und Klassen 13.3 Das politische System der Weltgesellschaft 14 Sachdimension: Code, Programme, Subsysteme 14.1 Codierung und Programmierung der Diplomatie 14.2 Subsysteme: Bi- und multilaterale Diplomatie, internationale Verwaltung, Publikum 14.2.1 Das System der bi- und multilateralen Diplomatie 14.2.2 Das System der internationalen Verwaltung 14.2.3 Das Publikum der Diplomatie: Prinzipale und Projektionen 14.3 Diplomatische Interaktionen in der Weltgesellschaft 14.4 Diplomatische Organisationen 14.4.1 Zur Selbstkonditionierung diplomatischer Organisationen 14.4.2 Der diplomatische Dienst als Familienbetrieb? 14.4.3 Diplomatische Grenzstellen 15 Sozialdimension: Verhandlungsmacht 15.1 Macht als politisches Erfolgsmedium 15.2 Souveränität als Kontingenzformel 15.3 Der Diplomatie-Code in Verhandlungen und Verfahren 16 Zeitdimension: Zeithaushalt und Gedächtnis der Diplomatie 16.1 Die Zeit als Sonderhorizont der modernen Gesellschaft 16.2 Autonomieverlust durch Telekommunikation? 16.3 Diplomatische Eigenzeit: Vertrauen und Geheimhaltung 16.3.1 Vertrauen und Geheimhaltung in diplomatischen Grenzsystemen 16.3.2 Diplomatische Äquivalente persönlichen Vertrauens 16.3.3 Exkurs: Vertrauen, Misstrauen und die Differenzierung diplomatischer und geheimdienstlicher Grenzstellen 16.4 Das Völkerrecht als Gedächtnis der Diplomatie Acte final: Diplomatie und Soziologie an ihren Grenzen Literatur Index
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